Wie Vielfalt-Projekte ihre Zielgruppen erreichen - und was sie verbessern können

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Ein DeZIM Project Report untersucht, wie im Bundesprogramm "Demokratie leben!" geförderte zivilgesellschaftliche Projekte ihre Zielgruppen erreichen.

Die Bundesregierung will die Demokratie fördern und dem Extremismus vorbeugen. Das Programm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) spielt dabei eine zentrale Rolle. Wie erreichen Modellprojekte, die in diesem Programm gefördert werden, ihre Zielgruppen? Wie werden Zielgruppen eingebunden, die strukturell oder sozial benachteiligt beziehungsweise von Diskriminierung betroffen sind?

Diese Fragen beantwortet der DeZIM-Project Report "Zielgruppenorientierung und Zielgruppenerreichung in der Demokratieförderung". Das Projektteam hat untersucht, wie die Modellprojekte ihre Zielgruppen erreichen und einbinden, auf welcher konzeptionellen Grundlage dies geschieht und wie sie ihre Maßnahmen umsetzen.

Zentrale Ergebnisse

  • Die Projekte sind konzeptionell durchgehend im Rahmen der komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen geplant und an die pädagogische Fachpraxis rückgebunden.
  • Die Durchführung der Projekte liegt überwiegend bei Träger*innen, die bereits Vorerfahrung und Netzwerke im Arbeitsbereich oder Themenfeld mitbringen.
  • Als Voraussetzung für die Zielgruppenerreichung in der Praxis hat sich eine dem Projektbeginn vorgelagerte, (macht-)kritische Reflexion der Zielgruppendefinition erwiesen.
  • Die genutzten Strategien zur Zielgruppenerreichung sind divers und den Merkmalen, Sozialräumen und Bedarfen angepasst.
  • Eine partizipative Einbeziehung der Zielgruppen in die Konzeption, Durchführung und Ergebnissicherung trägt wesentlich zu einer erfolgreichen Zielgruppenerreichung bei.
  • Der Austausch mit anderen Trägern im Handlungsfeld, die Zusammenarbeit mit Regelstrukturen und der Aufbau von Netzwerken ist eine unabdingbare und zugleich ressourcenintensive Voraussetzung erfolgreicher Modellprojektarbeit.
  • Mit Blick auf die Coronapandemie ist bemerkenswert, dass die Mehrheit der Modellprojekte viele Aktivitäten mit den Zielgruppen – wenn auch eingeschränkt – realisiert hat.

Zentrale Empfehlungen

  • Um die Praxisrelevanz und Angemessenheit der Zielgruppendefinition zu sichern, sollte eine adressatengerechtere, intersektionale oder offene Benennung der Zielgruppen angestrebt werden. Die Arbeit an den Begrifflichkeiten und Gruppenbezeichnungen muss fester inhaltlicher Bestandteil der internen Reflexion sein.
  • Für die Wirksamkeit von Strategien zur Zielgruppenerreichung sollten die Zielgruppen partizipativ und lebensraumnah von Beginn an in die Maßnahmen eingebunden sein. Darüber hinaus ist hierfür eine diverse Besetzung der Projektteams wichtig.
  • Um die Kooperation und Kontinuität mit Zielgruppen, Regelstrukturen und Netzwerkpartnern zu festigen, sollten Ziele und Erwartungen einer Kooperation vor Projektbeginn geklärt, durch Kooperationsvereinbarungen abgesichert und über institutionalisierte Austausch- und Sensibilisierungsformate unterstützt werden.
  • Um strukturell oder sozial Benachteiligte oder von Diskriminierung betroffene Zielgruppen einzubinden, sollten diese stärker in den Fokus der Projektkonzeption gestellt und Anreize für das Engagement in diesem Bereich geschaffen werden.
  • Für die bessere Ansprache schwer erreichbarer Zielgruppen sollten begleitende Schulungen/Fortbildungen für Träger angeboten werden.

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Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.