Vergabeverfahren: Gefährdungsbeurteilung psychische Belastung am Arbeitsplatz

Zuschlags- und Bindefrist: 30.08.2022.

Das DeZIM-Institut ist ein im Jahr 2017 errichtetes außeruniversitäres Forschungsinstitut im Themenfeld Migration und Integration. Als eine ressortforschungsähnliche Einrichtung des Bundes nimmt es insbesondere Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Bereich der Familien-, Gleichstellungs-, Kinder- und Jugend-, Senioren- sowie Engagementpolitik wahr.

Kurze Projektbeschreibung

Der Arbeitgeber hat im Rahmen des Arbeitsschutzes die psychische Belastung am Arbeitsplatz zu bewerten und geeignete Maßnahmen zur Behebung möglicher Belastungen einzuleiten. Das DeZIM sucht zur Entwicklung und Umsetzung einer entsprechenden Gefährdungsbeurteilung professionelle Unterstützung.

Leistungsbeschreibung

Neben der gesetzlichen Forderung der Durchführung einer Psychischen Gefährdungsbeurteilung, die aus § 5 Arbeitsschutzgesetz hervorgeht, sind nicht zuletzt durch die COVID-19 Pandemie und dem verstärkten Druck Familie und Beruf noch besser vereinen zu können, neue Themen der psychischen Belastung im Fokus. Aus diesem Grund wird ein fachlich versierter Anbieter gesucht, der die Institutsleitung des DeZIM sowie den Betriebsrat des DeZIM bei der Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung (PGBU) auf Grundlage der Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) berät und unterstützt. Alle Mitarbeitende des DeZIM sollen hierbei einbezogen werden, indem diese nach ihrer persönlichen Einschätzung der Rahmenbedingungen ihrer Arbeit für psychische Gesundheit befragt werden. Nach einer Analyse von Ist-Zustand, d.h. die Beurteilung der derzeitigen Arbeitssituation, und Soll-Zustand, d.h. optimale Arbeitsbedingungen, sollen signifikante Abweichungen herausgestellt werden und diese im Rahmen einer detaillierteren Analyse mittels Diskussionsrunden untersucht werden. Ziel ist es, konkrete Maßnahmenpläne zu entwickeln, um psychischer Belastung entgegenzuwirken. Im Zentrum der PGBU soll die Verhältnisprävention stehen, nach Möglichkeit sollen jedoch zusätzlich individuelle Beanspruchungen, wie etwa Kinderbetreuung im Home-Office oder individuelle gesundheitliche Dispositionen, einbezogen werden, um für alle Mitarbeitenden des DeZIM bestmögliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Angesichts der Themenfelder des DeZIM und der diversen Belegschaft, ist eine Sensibilität für Diskriminierung gewünscht.

Allgemeine Anforderungen:

• Partizipatives Verfahren

• Zusammenarbeit mit der Institutsleitung und dem Betriebsrat

•  berzeugendes Datenschutzkonzept

• Orientierung an arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen, besonders am Belastung-Beanspruchungsmodell und der DIN EN ISO 10075

• Auf Grundlage der arbeitswissenschaftlichen Standarddefinition für menschengerechte Arbeit

• Es soll sich an die Standards des DGB-Index Gute Arbeit oder vergleichbar orientiert werden

Folgendes Verfahren stellt sich das DeZIM vor:

1. Ermittlung der psychischen Belastung der Arbeit mithilfe einer quantitativen Online-Befragung der Belegschaft mittels standardisierter Fragebögen, sowie betriebs-/branchenspezifischen Ergänzungsfragen.
Der dazu verwendete Fragebogen soll zertifiziert und für die Durchführung in der Organisation entsprechend erprobt sein. Darüber hinaus sollen qualitative Fokusgruppen-Diskussionen oder Analyse-Workshops mit den Beschäftigten durchgeführt werden.


2. Die Ergebnisse aus Punkt 1 sollen entsprechend ausgewertet und die psychische Belastung beurteilt werden. Diese Auswertung soll schriftlich aufbereitet und vor der Institutsleitung und dem Betriebsrat präsentiert werden. Die Belastungen sollen nach Schwere klassifiziert werden, sodass entschieden werden kann, welche Belastungen schnelleren Maßnahmen bedürfen als andere.

3. Schließich sollen adäquate Maßnahmen entwickelt und formuliert werden, die sich aus den im Rahmen der Befragung identifizierten Belastungen ergeben. Zu berücksichtigen sind dabei die ISO-Normen 9241-1 und 9241-2 hinsichtlich der Gesundheit, Fähigkeiten und des Wohlbefindens der Beschäftigten sowie §2 und §4 ArbSchG bzgl. einer menschengerechten Arbeitsgestaltung.

Anvisierter Zeitplan unsererseits:

Der Zuschlag soll spätestens Ende Juli erfolgen, sodass im August mit den ersten Gesprächen zwischen Institutsleitung, Betriebsrat und Anbieter begonnen werden kann. Die Bestandsaufnahme und Befragungen sind für September/Oktober avisiert, sodass noch in diesem Jahr noch Maßnahmenentwickelt und formuliert werden können.