Die Dritte Generation (ggf. Monitoring)

 


Projekt: Die Dritte Generation (ggf. Monitoring)

Beginn: 1.9.2018

Dauer: Gesamtprojekt: langfristig; erste Projektphase: 24 Monate (ggf. Monitoring)

Mitarbeitende:  Dr. Christian Hunkler


 

Inhalt und Fragestellung

Die Lebenssituation der dritten Generation ist für die Integrationsforschung von besonderer Bedeutung. Herkömmliche Theorien folgen zwei unterschiedlichen Erwartungen: Während die klassische Assimilationstheorie von einer im Vergleich zur ersten und zweiten Generation weiter fortgeschrittenen, nun nahezu vollständigen Integration ausgeht, steht dem vor allem die durch Herbert Gans bekannt gewordene Gegenthese eines zumindest partiellen ‚ethnic revivals‘ entgegen, demzufolge die Enkel der (direkten) Migrant*innen ihre ethnische Zugehörigkeit symbolisch hervorheben. Gleichzeitig wird vermutet, dass die Nachkommen der klassischen Arbeitsmigrant*innen in Deutschland weiterhin strukturell benachteiligt sind.

Obwohl die Frage nach dem relativen Stand der Integration der dritten Generation im Vergleich zur zweiten von zentraler Bedeutung für die langfristige gesellschaftliche Entwicklung ist, liegen dazu bislang erstaunlich wenige empirische Befunde vor und eine systematische vergleichende Analyse zentraler Integrationsindikatoren steht noch aus. Dies liegt vor allem an der Datenlage, denn die dritte Generation lässt sich bislang nur in wenigen Datensätzen einigermaßen trennscharf identifizieren. Dort wo es möglich ist, sind die Fallzahlen oft zu gering, um aussagekräftige Analysen durchzuführen, auch weil der Generationenvergleich nur bei einer adäquaten Kontrolle von Kompositionseffekten sinnvoll ist.

Methodik

In diesem Projekt soll eine solche systematische und langfristige Beobachtung der dritten Generation, relativ zur ersten und zweiten, aufgebaut werden.

Arbeitsschritte

Den ersten Schritt bildet dabei eine Übersicht bzw. eine Metaanalyse von Studien, die Analysen über die dritte Generation enthalten. Dann werden schrittweise vorhandene Surveys daraufhin überprüft, ob und wie sie eine Identifikation der dritten Generation zulassen und ob sie sich durch Sekundäranalysen, gegebenenfalls auch durch Kumulation einzelner Datensätze, für entsprechende weitere Analysen nutzbar machen lassen.

Am Ende dieser Projektphase steht ein ausführlicher Bericht, der den Stand des Wissens über die relativen Erfolge der dritten Generation im Hinblick auf die derzeitige Studien- und Datenlage zusammenfasst. Damit verbunden wird eine ausführliche Beurteilung, wie sich dies perspektivisch in eine langfristige Beobachtung umsetzen lässt. Dies wird gegebenenfalls in einen Antrag auf eine notwendige Datenerhebung für spätere Projektphasen münden.