(P)Ostmigrantische Gesellschaften


Projekt 2.01: (P)Ostmigrantische Gesellschaften

Beginn: 1.9.2018

Ende: Erste Ergebnisse werden Januar/ Februar 2019 erscheinen.

Mitarbeiter: Projektleiter: Dr. Coşkun Canan Studentische Mitarbeitende: Mara Simon, Albrecht Hänig


Im Zentrum des Monitorings liegt die Erforschung postmigrantischer Gesellschaften. Im Konkreten geht es um unterschiedliche Positionierungen zur Teilhabe von Minderheiten innerhalb der Bevölkerung Deutschlands - vor dem Hintergrund des gesellschaftspolitisch formulierten Selbstverständnisses, ein Einwanderungsland zu sein. Damit gehen Aushandlungen und neue Allianzen entlang von Haltungen zur gleichberechtigten Teilhabe einher. Auseinandersetzungen in der postmigrantischen Gesellschaft bergen deshalb auch immer Konfliktpotenziale, nicht zuletzt, weil sie auch demokratische Grundprinzipien berühren. Dazu wird die gesellschaftliche Haltung gegenüber einer sich pluralisierenden und heterogenisierenden Gesellschaft gemessen. Durch das Monitoring sollen Konsens- und Konfliktpotenziale in der postmigrantischen Gesellschaft erkannt und erklärt werden, so dass neben wissenschaftlichen Erkenntnissen auch neues Wissen entsteht, das sowohl in die Öffentlichkeit als auch Politik fließen und zu einer gelingenden gesellschaftlichen Integration beitragen kann.

Hierzu ist eine Dauerbeobachtung der Gesellschaft anhand einer zweijährlich stattfindenden Bevölkerungsumfrage zu Themen der Teilhabe von Minderheiten geplant (z.B. Anerkennung, Deprivation, Ab- bzw. Ausgrenzung, Demokratieüberzeugungen, Paradoxien).  Dabei soll ein Grundstock von Fragen beibehalten werden. Zudem sollen unterschiedliche Themenschwerpunkte oder Schichtungen von Befragtengruppen (z.B. Migrant*innensample) möglich sein.

Methodik

Die Daten zu einer Pilotstudie werden bereits seit dem Juli 2018 erhoben. Bei der Studie geht es um Positionierungen zur Teilhabe von Muslim*innen, Ostdeutschen, Migrant*innen sowie Frauen (nach Themenschwerpunkt sortiert). Anhand einer disproportional geschichteten Zufallsauswahl („last birthday“ Methode) und CATI (Computer Assisted Telephone Interview) werden 4000 deutschsprechende Personen ab 14 Jahren in West- und 3000 in Ostdeutschland befragt. Die Umfrage wird vom ZeS (Zentrum für empirische Sozialforschung) an der Humboldt Universität zu Berlin und SUZ (Sozialwissenschaftliches Umfragezentrum) in Duisburg durchgeführt. Als Messinstrumente werden Einstellungs-, Erfahrungs- und Kontaktitems, Survey Experimente sowie standarddemographische Fragen eingesetzt.