Postmigrantische Gesellschaften (ggf. Monitoring)

 


Projekt: Postmigrantische Gesellschaften (ggf. Monitoring)

Laufzeit: 01.08.2018 – 31.12.2020 

Projektkoordination: Mara Simon 

Ehemalige Projektmitarbeiter*innen: Dr. Coşkun Canan, Albrecht Hänig (studentischer Mitarbeiter)


 

Inhalt und Fragestellung

Im Zentrum des Projekts steht die Erforschung postmigrantischer Gesellschaften. Im Konkreten geht es um unterschiedliche Positionierungen zur Teilhabe von Minderheiten innerhalb der Bevölkerung Deutschlands vor dem Hintergrund des gesellschaftspolitisch formulierten Selbstverständnisses, ein Einwanderungsland zu sein. Damit gehen Aushandlungen und neue Allianzen entlang von Haltungen zur gleichberechtigten Teilhabe einher. Auseinandersetzungen in der postmigrantischen Gesellschaft bergen nicht zuletzt Konfliktpotenziale, weil sie demokratische Grundprinzipien berühren. Vor diesem Hintergrund wird die gesellschaftliche Haltung gegenüber einer sich pluralisierenden Gesellschaft gemessen. Durch die Erhebung sollen Konsens- und Konfliktpotenziale in der postmigrantischen Gesellschaft erkannt und erklärt werden, sodass neues Wissen entsteht, das sowohl in die Öffentlichkeit als auch in die Politik fließen und zu einer gelingenden gesellschaftlichen Integration beitragen kann. Hierzu ist eine Dauerbeobachtung der Gesellschaft anhand einer dreijährlich stattfindenden Bevölkerungsumfrage zu Themen der Teilhabe von Minderheiten geplant (z. B. Anerkennung, Deprivation, Ab- bzw. Ausgrenzung, Demokratieüberzeugungen, Paradoxien). Dabei soll ein Kern an Fragen beibehalten werden. Der Grundstock zur Langzeitbeobachtung beinhaltet Items zu den Themenkomplexen antimuslimische Einstellungen, Pluralität, Demokratieüberzeugungen und Paradoxien. Des Weiteren sollen unterschiedliche Themenschwerpunkte oder Schichtungen von Befragtengruppen (z. B. Migrant*innensample) möglich sein. Elemente und Erkenntnisse aus der Befragung werden dabei auch in andere Projekte der Abteilung einfließen.

 


Methodik

 

Bei der Studie geht es um Positionierungen zur Teilhabe von Muslim*innen, Ostdeutschen, Migrant*innen sowie Frauen (nach Themenschwerpunkt sortiert). Anhand einer disproportional geschichteten Zufallsauswahl („Last-Birthday“-Methode) und dem Dual-Frame-Verfahren (Festnetz- und Mobilfunknummern) wurden insgesamt 7.233 in Deutschland lebende deutschsprachige Personen ab 14 Jahren befragt. Die Stichprobe wurde disproportional geschichtet, um die statistische Aussagekraft für Ost-West-Vergleiche zu erhöhen. Die Umfrage wurde vom ZeS (Zentrum für empirische Sozialforschung) an der Humboldt-Universität zu Berlin und dem SUZ (Sozialwissenschaftliches Umfragezentrum) in Duisburg durchgeführt. Als Messinstrumente wurden Einstellungs-, Erfahrungs- und Kontaktitems, Survey-Experimente sowie standarddemographische Fragen eingesetzt.

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Aktueller Stand

 

Die Erhebung wurde im Januar 2019 abgeschlossen. Daraufhin wurden die Daten aufbereitet und analysiert. Daraus sind mehrere Forschungsberichte und Publikationen entstanden (u. a. „Ost-Migrantische Analogien I – Konkurrenz um Anerkennung“; „Wer befürwortet ein Kopftuchverbot in Deutschland?“, „Wer ist Ost-deutsch? Konkurrenz um Anerkennung und Teilhabe“, DeZIM Research Notes 2 (PDF)). Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene öffentliche Veranstaltungen organisiert. Die Ergebnisse wurden in Form von Interviews (TV, Print, Radio) kommuniziert und in verschiedenen Diskussionsformaten erläutert. Ein Methodenbericht und ein Mediendossier wurden veröffentlicht.

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Weitere Arbeitsschritte

 

Für das erste Quartal 2020 sind weitere Datenanalysen, deren statistische Auswertung, die Veröffentlichung einer Research Note, Öffentlichkeitsarbeit sowie der Beginn der Konzeptualisierung einer Folgestudie vorgesehen. Im zweiten Quartal erfolgt ein Vergleich mit Ergebnissen von anderen DeZIM-Studien (Osteliten/Konfliktdatenbank). Ferner ist die Überarbeitung bestehender Items und Integration neuer Items, insbesondere aus dem Projekt „Die Erfassung von Mehrfachdiskriminierung und ihrer Dynamiken“, sowie die Ausarbeitung des Themenschwerpunkts und Entwicklung neuer Items geplant. Im vierten Quartal sollen die Ergebnisse in wissenschaftliche Fachpublikationen fließen und neue Variablen getestet werden.

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Abteilung Konsens & Konflikt