Die DeZIM-Gemeinschaft


 

Die Integrations- und Migrationsforschung in Deutschland ist bisher dezentral organisiert. Die vorhandene Struktur reicht nicht aus, um die wachsenden Informationsbedarfe zu decken. In vielen Feldern existieren Forschungslücken, auch in der Lehre stehen Integrations- und Migrationsthemen oft am Rande, sodass die Förderung von exzellent ausgebildetem, akademischem Nachwuchs verbessert werden muss. Deshalb sollen die bestehenden Forschungseinrichtungen vernetzt und durch neue Formen der intensiven, einrichtungsübergreifenden Kooperation zur Stärkung und Profilierung der Migrationsforschung in Deutschland beitragen.

Die neuen Kooperationen unterstützen zum einen den Strukturaufbau des DeZIM-Instituts und zum anderen die Vernetzung zwischen den Gründungsmitgliedern der DeZIM-Gemeinschaft. Es wird eine enge Zusammenarbeit zwischen DeZIM-Institut und DeZIM-Gemeinschaft angestrebt. Ergebnisse aus den Forschungsprojekten werden durch das DeZIM-Institut an Politik, insbesondere das BMFSFJ mit allen relevanten Referaten, sowie Medien und die interessierte Öffentlichkeit vermittelt. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Kooperationsprojekte, die durch die sieben beteiligten Einrichtungen (BIM, IAB, IKG, IMIS, InZentIM, MZES, WZB) umgesetzt werden.

 

 

Die Einrichtungen der DeZIM-Gemeinschaft


 

Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung
Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung

Perspektiven auf die Integration moderner Gesellschaften als „Migrationsgesellschaften“ Mit der Entwicklung Europas zu einer globalen Einwanderungsregion sind Fragen nach Integrations- und Migrationsprozessen, speziell auch in Deutschland, seit Beginn der 1980er Jahre zu zentralen gesellschafts- und politikleitenden Forschungsschwerpunkten geworden. Welche Bilder und Erkenntnisse entstehen jedoch, wenn moderne Gesellschaften als „Migrationsgesellschaften“ in ihrer Dynamik als Ganzes beobachtet und erforscht werden? Diesen Fragen wird in der Forschung bislang eher getrennt und arbeitsteilig nachgegangen. Deshalb will das BIM die vielfach noch unübersichtlichen wissenschaftlichen Perspektiven und politischen Debatten zusammenführen und neu bündeln.

 


 

 

Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) widmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Ökonomie, Soziologie und weiteren sozialwissenschaftlich ausgerichteten Disziplinen sämtlichen Fragen rund um den Arbeitsmarkt. Exzellente, national wie international vernetzte Forschung bildet die Basis für eine empirisch informierte Arbeitsmarktpolitik.

Der Forschungsbereich „Migration, Integration und internationale Arbeitsmarktforschung“ des IAB untersucht im Speziellen Migrations- und Integrationsprozesse sowie deren Folgen für die Arbeitsmärkte in Deutschland und Europa. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zu den Ursachen und Determinanten von Flucht und Migration sowie zu den Auswirkungen internationaler Migration auf die Arbeitsmärkte und sozialen Sicherungssysteme in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Außerdem untersuchen wir Faktoren, die für die langfristige Integration von Migrantinnen und Migranten, und insbesondere Geflüchteten in Arbeitsmarkt, Bildungssystem und Gesellschaft maßgebend sind. Der Bereich leistet mit zwei Längsschnittbefragungen einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur für die Migrations- und Flüchtlingsforschung: Die seit 2013 erhobene IAB-SOEP-Migrationsstichprobe bildet die Grundlage für die Erforschung von Migrations- und Integrationsprozessen von Migrantinnen und Migranten. Die seit 2016 erhobene IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten erlaubt es, die rechtliche, soziale und wirtschaftliche Integration von Geflüchteten in Deutschland und die Umstände ihrer Flucht zu untersuchen.


 

Das Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) wurde 1996 in Bielefeld gegründet mit dem Ziel eine Lücke in der interdisziplinären Konflikt- und Gewaltforschung zu schließen. Mittlerweile ist das IKG eine der führenden deutschen Forschungseinrichtungen in diesem Bereich und bietet eine umfassende Struktur für interdisziplinäre Theorieentwicklung und empirische Forschung zu politisch und gesellschaftlich relevanten Phänomenen um Konflikte und Gewalt sowie ihren Implikationen für sozialen Zusammenhalt, Partizipation, Demokratie und Frieden. Eine zentrale Verantwortung sieht das IKG in seinem Beitrag zu sozialen und politischen Diskursen. Dementsprechend besteht ein fortwährender Dialog zwischen Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Verschiedenste Forschungsprojekte zu Aspekten um Konflikt und Gewalt sind daher am IKG angesiedelt und es kann auf ein umfassendes Netzwerk mit akademischen und nicht-akademischen Partnerinstitutionen sowie Forschungsgruppen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zurückgegriffen werden.

 

Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung

Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien
Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien

 

Das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) – ein interdisziplinäres Forschungszentrum der Universität Osnabrück – betreibt seit Anfang der 1990er Jahre Grundlagenforschung zu Phänomenen und Fragen von Migration und Integration. Durch Publikationen, öffentliche Veranstaltungen und die wissenschaftliche Beratungstätigkeit seiner Mitglieder leistet das IMIS einen wichtigen Beitrag zur Verdichtung und Vernetzung der interdisziplinären Forschung sowie zum Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Aufgrund seiner langjährigen Expertise sowie einer in Deutschland einmaligen interdisziplinären Breite gehört das IMIS zu den international anerkannten Institutionen der Migrationsforschung. Die Forschungsinteressen und Forschungsprojekte am IMIS bündeln sich daher gegenwärtig in drei Feldern: ›Migrationsregime‹, ›Flucht und Schutzsuchende: Bedingungen, Formen und Folgen von Gewaltmigration ‹, ›Potentiale der Migration und Diversität‹.

 


 Das Interdisziplinäre Zentrum fuer Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM)
Das Interdisziplinäre Zentrum fuer Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM)

 

Das Interdisziplinäre Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (InZentIM) bündelt und stärkt die an der Universität Duisburg-Essen durchgeführten Forschungen zu Integration und Migration, es fördert die wissenschaftliche Zusammenarbeit und will dazu beitragen, Antworten auf relevante gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln. Der Standort der Universität Duisburg-Essen schärft den Blick für das Forschungsfeld, die UDE liegt in einer Region, die auf eine lange Geschichte von Migration zurückblickt. Deshalb war es konsequent, hier das erste universitäre Zentrum zu Integration und Migration in NRW zu gründen. Mit Forschungseinrichtungen, Stiftungen, Kommunen, Schulen und unterschiedlichen Initiativen in der Metropole Ruhr und in NRW ist das Zentrum eng vernetzt. 

InZentIM ist bestrebt, den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur in seinem Arbeitsfeld zu intensivieren. Mit seinen größeren Veranstaltungen wendet es sich auch die Praxis und an die Medien (2017: „Key elements of model communities for refugees and immigrants“, 2018: „Migration, Social Transformation, and Education for Democratic Citizenship“). Die wissenschaftliche Kompetenz der Forscherinnen und Forscher von InZentIM erstreckt sich über die Sozial-, Geistes- und Bildungswissenschaften bis hin zur Medizin. Die mit dem Zentrum verbundenen Schwerpunkte und Projekte spiegeln diese disziplinäre und interdisziplinäre Spannbreite, sie beziehen sich auf lokal, regional, national und europaweit relevante Fragen und Herausforderungen, sie tragen dazu bei, neue Erkenntnisse zu gewinnen und die Bedeutung der Forschung in den Debatten der modernen Gesellschaft zu unterstreichen.


mzes - Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung
mzes - Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung

 

Das Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) wurde 1989 als interdisziplinäres Forschungsinstitut der Universität Mannheim gegründet. Mehr als 80 MZES-Forscher/innen untersuchen die Entwicklung europäischer Gesellschaften und ihrer politischen Systeme. Die Leiter der etwa 40 bis 50 aktiven Projekte am MZES stammen aus den Fächern Soziologie, Politikwissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Psychologie und Ökonomie.

Die Forschung am MZES ist theorieorientiert und der empirisch-analytischen Tradition sozialwissenschaftlicher Methodologie verpflichtet und trägt dabei zur Theorieentwicklung und Grundlagenforschung bei. Sie stützt sich überwiegend auf länderübergreifend vergleichende, längsschnittliche und mehrebenenanalytische Ansätze und ist dominant quantitativ.

Das MZES ist in zwei Arbeitsbereichen organisiert, die jeweils in drei Forschungsschwerpunkte gegliedert sind. Der Forschungsschwerpunkt A3 – Fokusgruppen gesellschaftlicher Integration: Migration und ethnische Minderheiten bildet derzeit den Schwerpunkt mit den meisten Projekten innerhalb des weitgehend soziologisch ausgerichteten Arbeitsbereichs A.


 

Das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) untersuchtgrundlegende gesellschaftliche Fragen. Erforscht werden Entwicklungstendenzen, Anpassungsprobleme und Innovationschancen moderner Gesellschaften. Die Forschung ist theoriegeleitet, praxisbezogen, oft langfristig angelegt und meist international vergleichend.

Das WZB arbeitet zu diesen thematischen Schwerpunkten:

  • Dynamiken sozialer Ungleichheiten
  • Markt und Entscheidung
  • Gesellschaft und wirtschaftliche Dynamik
  • Internationale Politik und Recht
  • Wandel politischer Systeme
  • Migration und Diversität
  • Politische Ökonomie der Entwicklung
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung