Buchvorstellung „Growing up in Diverse Societies“


 

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Wie ähneln, wie unterscheiden sich die Lebenswelten von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund? Was erwarten sie von ihrer Zukunft? Wie wichtig ist Familie für sie? Wie erfolgreich sind sie in der Schule? Welche Freundschaften gehen sie ein? Alle diese und viele andere Fragen untersucht der Band „Growing up in Diverse Societies“, den Prof Dr. Frank Kalter, Co-Direktor des DeZIM-Instituts, und Prof Dr. Jan O. Jonsson, aktuell Fellow am Nuffield College der Universität Oxford, am 17. Oktober 2018 in Berlin vorstellten. 

Die dem Buch zugrunde liegende Studie Children of Immigrants Longitudional Survey in Four European Countries (CILS4EU) untersucht Integration von Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund seit Jahren in einer repräsentativen Längsschnittstudie aus verschiedenen Blickwinkeln. Zusammen mit Partnern in mehreren westeuropäischen Ländern wurden so umfangreiche, und in dieser Form bislang einzigartige, Daten über die Lebenssituation, soziale Beziehungen und Einstellungen zusammengetragen. Mit dem Buch veröffentlichen die Wissenschaftlern nun die erste Phase der Studie. Es enthält eine umfassende Bestandsaufnahme der Lage von 14-15jährigen Jugendlichen in England, Deutschland, den Niederlanden und Schweden. Die Daten zeigen, dass das Bild vom Problemfall junger Migranten ein Klischee ist, das mit der gelebten Realität, mit dem überwiegenden Anteil der Heranwachsenden in diesen von Vielfalt geprägten Ländern nicht viel zu tun hat.

Nach der Vorstellung der Forschungsmethoden und -ergebnisse durch Frank Kalter und Jan O. Jonsson ordnete Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld die Ergebnisse mit einer Kritischer Erwiderung ein. Im Gegensatz zu den vielen auf mediale Resonanz getrimmten Studien, so Kreyenfeld, handele es sich bei dem Band um eine tiefgründige, fundierte und facettenreich wissenschaftliche Studie über Möglichkeiten und Bedingungen gesellschaftlicher Integration. Dieses Projekt reihe sich damit in die Tradition der großen Lebenslaufstudien ein.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, zu  der Co-Direktorin des DeZIM-Instituts Prof. Dr. Naika Foroutan und die Journalistin Ebru Tasdemir zu den drei Redner*innen stießen, wurde unter reger Beteiligung des Publikums u. a. über eine Aktualität des Integrationsbegriffes und über den Einfluss verschiedener politischer Strategien auf den Integrationserfolg diskutiert.

Eine Besprechung der Veranstaltung durch Samuela Nickel vom neues Deutschland finden Sie HIER