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Abteilung Migration
Die Abteilung Migration untersucht die Ursachen und Folgen von Migrationsbewegungen und beleuchtet die Komplexität, Prozesshaftigkeit und Heterogenität von Migrationserfahrungen. Dabei wird Migration als gesamtgesellschaftliches Phänomen betrachtet, einschließlich der Mobilität und Immobilität in verschiedenen Kontexten. Ein vertieftes Verständnis von Migrationsdynamiken erfordert auch die Betrachtung von Dynamiken in Transit- und Herkunftsländern sowie in anderen Zielregionen.
Unsere Forschung trägt dazu bei, weltweite Migrationsbewegungen besser zu verstehen. Dazu betrachten wir , warum, unter welchen Bedingungen und mit welchen Folgen Menschen (im)mobil sind. Außerdem untersuchen wir Prozesse, die Migration steuern sollen.Dr. Zeynep Yanasmayan, Leiterin der Abteilung Migration
Die Komplexität von Migrationsprozessen spiegelt sich auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen und erfordert inter- sowie transdisziplinäre Zugänge. Die Abteilung arbeitet entlang von drei ineinandergreifenden Forschungsschwerpunkten
Schwerpunkt 1: Mobilitätbestrebungen und -fähigkeiten
Unter Mobilitätbestrebungen – einem klassischen Bereich der Migrationsforschung – wollen wir die Multidimensionalität von Migrations- und Mobilitätsentscheidungen als Forschungsperspektive in das Zentrum stellen. Unsere Abteilung geht jedoch über ein binäres Verständnis von vermeintlichen objektiven Faktoren (oftmals mit dem Begriffspaar „pull“ und „push“ belegt) hinaus und betont die Vielfalt der Triebkräfte – seien es gewaltsame Konflikte oder Umweltzerstörung – sowie die Art und Weise, wie diese mit (Im-)Mobilitätbestrebungen und -fähigkeiten zusammenwirken. Dabei werden nicht nur zahlreiche Akteur*innen und Mechanismen untersucht, sondern auch verschiedene Fälle von (Im-)Mobilität sowie Rückkehrmigration.
Schwerpunkt 2: Migrationsgovernance & Narrative
Es ist für die Abteilung Migration von entscheidender Bedeutung, die auf Migrant*innen ausgerichtete Perspektive mit den bestehenden Politiken und übergeordneten politischen Dynamiken zu verknüpfen. Ein zweiter Schwerpunktbereich zielt daher nicht nur darauf ab, die Strategien zu beleuchten, mit denen Staaten und andere Organisationen Migration zu lenken beabsichtigen, sondern auch zu untersuchen, wie und mit welchen Konsequenzen die Aushandlung, Festlegung und Umsetzung lokaler, nationaler und transnationaler Normen der Migrationsgovernance vonstattengehen. Wie und mit welchen Folgen vermitteln die beteiligten Akteur*innen dabei zwischen den involvierten Interessen – von EU-Staaten, internationalen Organisationen, Nachbarländern, lokalen Ökonomien und lokalen Bevölkerungen? Auf welche Narrative und Wirkungsannahmen wird hier zurückgegriffen?
Schwerpunkt 3: Vermittlungsinstanzen und Akteure von Migration & Solidarität
Neben Mobilitätsbestrebungen und -fähigkeiten, welche die Abteilung Migration tendenziell auf Mikro-Ebene untersucht, sowie Migrationsgovernance auf der Makro-Ebene, beschäftigt sich die Abteilung auf der Meso-Ebene nicht zuletzt mit „Intermediaries of Migration und Solidarity practices“. Das bezieht sich insbesondere auf Solidaritätspraktiken innerhalb migrantischer und migrantisierter Communities und auch zwischen der Dominanzgesellschaft und migrantischen Communities. Im Zusammenhang mit der Fachkräftegewinnung ist die Abteilung in diesem Schwerpunkt auch an der Rolle von „Brokers“ wie z.B. Vermittlungsagenturen interessiert und plant, diesen Forschungsstrang auszubauen.
- Beiträge zur Weiterentwicklung der Theorie zu Entscheidungsprozessen von Migrant*innen (und deren Bezug zur Politik des Aufnahmestaats) (Flucht und Einbürgerungspolitik, Transnationale Perspektiven auf Diskriminierung, Wohlergehen und Mobilität, Rückkehrbestrebungen und der Lebensverlauf von Geflüchteten in Deutschland)
- Aufbau von Dateninfrastrukturen, um auf aktuelle Flucht- und Konfliktgeschehen zeitnah eingehen zu können. Beispiele dafür sind: Entwicklung einer Panelstudie (7.200 Haushalte) zur Privatunterbringung der ukrainischen Geflüchteten; Entwicklung einer Befragung zur Lebenssituationen der afghanischen Geflüchteten in der Türkei; vertiefende Analyse (und eine der ersten) des Bundesaufnahmeprogramms Afghanistan (BAP) (Ortskräfte und andere Geflüchtete aus Afghanistan in Deutschland,
- Wissenschaftliche Beiträge zu hochpolitisierten Themen, die enorme Resonanz finden. Bespiele dafür sind: Effekte der Seenotrettung oder Analysen im Zusammenhang mit den Wahlen in der Türkei.
- Monitoring und Versachlichung der deutschen Migrations- und Asylpolitik durch verschiedene öffentliche Beiträge und Hintergrundgespräche.
Auswahl zentraler Publikationen der Abteilung Migration
Projekte der Abteilung
Anzahl Projekte: 31
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Zwischen Staat und Markt: Migrationsvermittler („Brokers“) in der deutschen Migrationsinfrastruktur
Einrichtungen: Abteilung Migration Laufzeit: Januar 2026 bis Dezember 2028 -
Bietet der Fach- und Arbeitskräftemangel einen Blickwechsel auf Migrationspolitik an?
Einrichtungen: Abteilung Migration Laufzeit: Januar 2025 bis Juni 2026 -
Resilienz in der Prekarität: Lebenssituationen von afghanischen und eritreischen geflüchteten Familien
Einrichtungen: Abteilung Migration Laufzeit: Januar 2025 bis Dezember 2025 -
Wollen Israelis noch Deutsche werden?
Die Aushandlung abstammungsbedingter deutscher Staatsbürgerschaft vor dem Hintergrund historischer und aktueller Politik in Deutschland und Israel
Einrichtungen: Abteilung Migration Laufzeit: Januar 2025 bis Dezember 2026 -
Migrationsnarrative und demographische Potentiale
Einrichtungen: Abteilung Migration Laufzeit: Juli 2024 bis Juni 2025