Foto Noa K. Ha 111

Dr. Noa K. Ha

Kommissarische Wissenschaftliche Geschäfsführerin Institutsleitung

E-Mail: ha@dezim-institut.de Tel.: 0049 (0) 30 200754-105

Dr. Noa K. Ha ist Stadt-, Migrations- und Rassismusforscherin.

Im Jahr des Tigers wurde Noa K. Ha in eine westdeutsche bürgerliche Familie hineingeboren. Sie wuchs in einer Kleinstadt auf und zog die Neugier ihrer menschlichen Umgebung auf sich, die sie wiederholt befragte, woher sie komme. Ohne eigene Migrationserfahrung machte diese Frage für sie lange Zeit keinen Sinn. Irritiert von dieser Frage und dem Gefühl eine Tür vor der Nase zugeschlagen zu bekommen, zog sie los ihre historische Familiengeschichte zu erkunden und zu erweitern. Ihre heutige Geschichte und Familie zieht Verbindungen zwischen Ostindien (heute Indonesien), den Niederlanden, (West- und Ost) Deutschland und Vietnam: zwischen einer kolonialen Vergangenheit und einer postkolonialen Gegenwart. Diese Verbindungen prägen ihre Arbeit, weil diese anhaltende Gegenwart sie ärgerte und zugleich faszinierte. Sie wollte unbedingt verstehen, warum unser selbstverständliches Wissen über Raum, Stadt und Alltag (immer noch) von kolonial-rassistischen Denkfiguren durchzogen ist. Auf diesem Weg schrieb sie ihre Dissertation zum Straßenhandel in Berlin und Rassismus in der neoliberalen Stadt.

Seit dem 01.09.2022 ist sie kommissarische wissenschaftliche Geschäftsführung am DeZIM. Zuvor war sie von September 2021 bis Oktober 2022 Gastdozentin an der Weissensee Kunsthochschule Berlin und assoziierte Wissenschaftlerin des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa) am DeZIM-Institut. Von Juli 2020 bis September 2021 war sie kommissarische Wissenschaftliche Geschäftsführerin am DeZIM-Institut und von Oktober 2021 bis März 2022 vertrat Noa K. Ha die Leitung der Geschäftsstelle des NaDiRa. Von 2018 bis 2020 leitete sie das Zentrum für Integrationsstudien an der TU Dresden als Geschäftsführerin und Nachwuchsforschungsgruppenleiterin, davor war sie von 2013 bis 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Post-Doc am Center for Metropolitan Studies (CMS) an der TU Berlin.

Die Arbeitsschwerpunkte von Noa K. Ha sind postkoloniale Stadtforschung, migrantisch-diasporische Erinnerungspolitik, kritische Integrationsforschung und Rassismuskritik. Ihre Publikationen sind in verschiedenen Sammelbänden, Journals und Katalogen erschienen. Sie ist Mitglied in zahlreichen Beiräten von Städten und Forschungsprojekten im Feld der postkolonialen Erinnerungsarbeit und Gedenkpolitik (u.a. Modellprojekt Dekoloniale in Berlin, Gedenkkommission Berlin Kreuzberg-Friedrichshain, Beirat BUA Projekt „Museum und Gesellschaft“, Mitglied in der Coalition for Pluralistic Public Discourse (CPPD)).

Im Sommer 2022 erschien der Sammelband „European Cities: Modernity, Race and Colonialism“ bei Manchester University Press, den sie mit Dr. Giovanni Picker, University of Glasgow herausgegeben hat, sowie ihr Artikel „Städtische Episteme dekolonisieren: Europa und die Europäische Stadt nach 1989 als koloniale Ordnung“ im Band „Geographien der Kolonialität“, herausgegeben von Sybille Bauriedl und Inken Carstensen-Egwuom.

Noa K. Ha ist Gründungsmitglied der Fachgesellschaft für rassismuskritische, postkoloniale und dekoloniale Forschung und Praxis (DeKolonial e.V.i.G) und seit November 2021 in den Vorstand des Rats für Migration gewählt.

Forschungsschwerpunkte

  • Kritische Migrations- und Integrationsforschung
  • Migration und gesellschaftlicher Wandel
  • Post- und dekoloniale Stadtforschung (Fokus Europa)
  • Städtische Erinnerungspraxis
  • Rassismus/Exotisierung/Asiatische Diaspora
  • Intersektionale, feministische, postkoloniale und dekoloniale Theorie

Publikationen (Auswahl)

  • Kulturproduktion und Selbstorganisierung im Spannungsfeld von Exotisierung und Rassismuskritik Cabral,Fallon Tiffany;Puni-Specht,Kerti;Trang,Tran Thu;Ha,Noa K. (2021): Kulturproduktion und Selbstorganisierung im Spannungsfeld von Exotisierung und Rassismuskritik: Asiatische Deutsche im Blick. In: Fereidooni, Karim; Hößl, Stefan (Hg.): Best Practice!? Rassismuskritische Bildungsarbeit: Reflexionen zu Theorie und Praxis. Frankfurt am Main: Wochenschau-Verlag, 119-140.
  • Zur Kolonialität des Städtischen Ha,Noa K. (2017): Zur Kolonialität des Städtischen. In: Zwischenraum Kollektiv (Hg.): Decolonize the City! Zur Kolonialität der Stadt. Münster: UNRAST Verlag, 73-85.
  • Street Vending in the Neoliberal City Graaff,Kristina;Ha,Noa K. (Hg.) (2015): Street Vending in the Neoliberal City: A Global Perspective on the Practices and Policies of a Marginalized Economy. New York: Berghahn. 10.3167/9781782388340.
  • Städtische Episteme dekolonisieren: Europa und die Europäische Stadt nach 1989 als koloniale Ordnung Ha,Noa K. (2023): Städtische Episteme dekolonisieren: Europa und die Europäische Stadt nach 1989 als koloniale Ordnung. In: Bauriedl, Sybille; Carstensen-Egwuom, Inken (Hg.): Geographien der Kolonialität: Geschichten globaler Ungleichheitsverhältnisse der Gegenwart. Bielefeld: transcript Verlag, im Erscheinen.
  • European cities Ha,Noa K.;Picker,Giovanni (Hg.) (2022): European cities: Modernity, race and colonialism. Manchester: Manchester University Press.

Projekte