DeZIM-Studie: Hilfsbereitschaft für Geflüchtete aus der Ukraine weiterhin groß

Das DeZIM-Institut veröffentlicht Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung.

Die Bereitschaft in Deutschland, aus der Ukraine fliehende Menschen zu unterstützen, ist zwar leicht zurückgegangen. Sie liegt aber weiterhin deutlich über den in den Jahren 2015/16 gemessenen Werten.

Seit mehr als einem halben Jahr zieht sich der Krieg in der Ukraine nun schon hin. Wie hat sich die Hilfsbereitschaft in Deutschland zwischen März und Juli 2022 entwickelt? Ist sie zurückgegangen oder bleibt sie konstant? Erste Ergebnisse einer DeZIM-Studie dazu stellt ein Working Paper vor, das Dr. Jörg Dollmann, Prof. Dr. Sabrina J. Mayer, Dr. Jannes Jacobsen, Jonas Köhler, Almuth Lietz und Madeleine Siegel vom Cluster Daten-Methoden-Monitoring verfasst haben.

Die Studie zeigt, dass die Hilfsbereitschaft insgesamt in den letzten Monaten zwar abgenommen hat. Das gilt für alle Gruppen, die wir untersucht haben. Die Hilfsbereitschaft ist aber immer noch sehr hoch. Sie liegt noch immer deutlich über den Werten, die während der letzten großen Fluchtbewegung nach Deutschland in den Jahren 2015/16 gemessen wurden. Eine große Mehrheit (58 Prozent) der Menschen in Deutschland kann sich vorstellen, für Geflüchtete aus der Ukraine Geld zu spenden. Fast jede*r Zweite (47 Prozent) denkt darüber nach, sich ehrenamtlich zu engagieren. Fast jede*r Fünfte (17 Prozent) ist sogar bereit, geflüchtete Menschen aus der Ukraine vorübergehend privat aufzunehmen.

Eingewanderte besonders hilfsbereit

Zum Vergleich: Im März hatten noch 69 Prozent der Befragten erklärt, sie könnten sich vorstellen, für Geflüchtete aus der Ukraine Geld zu spenden. 58 Prozent dachten darüber nach, sich ehrenamtlich zu engagieren und jede*r Vierte (27 Prozent) zeigte sich sogar bereit, geflüchtete Menschen aus der Ukraine vorübergehend im eigenen Zuhause aufzunehmen.

Wie schon bei der ersten Befragung im März 2022 ist die Hilfsbereitschaft unter Eingewanderten besonders stark ausgeprägt: Ihre Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren oder Geflüchtete bei sich zu Hause aufzunehmen, liegt über dem Durchschnitt der Bevölkerung. Das gilt auch für Menschen aus mehrheitlich muslimisch geprägten Herkunftsländern. Dass Geflüchtete aus der Ukraine im Vergleich zu anderen Geflüchteten-Gruppen in Deutschland bevorzugt aufgenommen werden, hat also nicht dazu geführt, dass sich andere Gruppen ihnen gegenüber weniger solidarisch verhalten.

Mehr Informationen und das Working Paper „Weiterhin hohe Unterstützungsbereitschaft für ukrainische Geflüchtete in Deutschland – Eine Längsschnittanalyse des DeZIM.panels“ sind verfügbar unter: www.dezim-institut.de/aktuelles/aktuelles-detail/weiterhin-hohe-unterstuetzungsbereitschaft-fuer-ukrainische-gefluechtete-in-deutschland

ÜBER DAS DEZIM-INSTITUT

Das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) forscht zu Integration und Migration, zu Konsens und Konflikten, zu gesellschaftlicher Teilhabe und zu Rassismus. Es besteht aus dem DeZIM-Institut und der DeZIM-Forschungsgemeinschaft. Das DeZIM-Institut hat seinen Sitz in Berlin-Mitte. In der DeZIM-Forschungsgemeinschaft verbindet sich das DeZIM-Institut mit sieben anderen Einrichtungen, die in Deutschland zu Migration und Integration forschen. Das DeZIM wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. 

Daniel Bax

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