Klimabedingte Migration

Chancen und Herausforderungen von Kooperationen zwischen Deutschland und Ostafrika

Abteilung Migration

Projektleitung: Dr. Ramona RischkeDr. Zeynep Yanaşmayan

Projektkoordination: Dr. Pau Palop-García

Projektmitarbeitende: Samuel Zewdie Hagos Aurelia Streit

Laufzeit Juli 2023 bis Juni 2024
Status Laufendes Projekt

Der Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen bedingt durch Umweltschädigungen und Bevölkerungsbewegungen veranschaulicht das komplexe Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren, die für Migrationsentscheidungsprozesse maßgeblich sind. Während eine globale Bewegung, die sich für eine rasche Dekarbonisierung einsetzt, sowohl bei Regierungs- als auch bei Nichtregierungsorganisationen große Aufmerksamkeit erregt, gibt es keine vergleichbare Bewegung, die sich für einen verantwortungsvollen und humanen Umgang mit Menschen einsetzt, die im Zusammenhang mit den negativen Auswirkungen des Klimawandels vertrieben oder umgesiedelt werden (Climate Migration Council 2022). Die Notwendigkeit, Ziele im Zusammenhang mit dem Klimawandel mit Mobilitätswegen zu verknüpfen, wurde jedoch auf globaler Ebene durch die Verabschiedung des Globalen Pakts für sichere, reguläre und geordnete Migration (Global Compact of Safe, Regular and Orderly Migration, GCM) im Dezember 2018 in New York deutlich anerkannt. Dieses umfassende, nicht bindende internationale Abkommen fördert die weitere Integration von Fragen der Umweltzerstörung und des Klimawandels in die Bereiche Prävention von Fluchtursachen (Ziel 2), Schaffung von Zugangswegen (Ziel 5), nachhaltige Rückkehr (Ziel 21) und internationale Zusammenarbeit (Ziel 23). Im Rahmen dieses Kurzprojekts konzentrieren wir uns auf den letzten Punkt, bei dem im Gegensatz zum Präventionsziel deutlich weniger Fortschritte zu verzeichnen sind (Mokhnacheva 2022).

Konkret werden wir in diesem Projekt untersuchen, wie die Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen Deutschland und IGAD als ostafrikanischem regionalem Gremium die Zusammenhänge zwischen menschlicher Mobilität und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und dessen Abschwächung adressiert. Wir werden uns auf Deutschlands Rolle als internationaler Geber konzentrieren. Wir erkennen damit die zentrale Bedeutung dieser Rolle in der deutschen Klimapolitik an (Noltze und Rauschenbach 2019), die darauf abzielt, einen Beitrag zur „Klimagerechtigkeit“ und den relevanten klima- und mobilitätsbezogenen SDGs zu leisten, wie es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung heißt. Die Forschung hat zum Ziel, das Verständnis darüber zu verbessern, wie die Verbindung zwischen Mobilität und Klimaanpassung und -schutz in laufenden Kooperationsplattformen behandelt wird, und dabei den Prozess der Zusammenarbeit zu diesem Themenkomplex zu verfolgen.

Förderung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Institutionelle Förderung)