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Schätzmethoden und Surveyansätze zur Erforschung irregulärer Migration

Abteilung Migration

Projektleitung: Dr. Franck Düvell

Laufzeit Februar 2019 bis Januar 2021
Status Abgeschlossenes Projekt

Die quantitative Erforschung der Situation von Migrant*innen ohne Aufenthaltstitel stellt aufgrund von methodischen Problemen und fehlenden Daten eine besondere Herausforderung für die Sozialwissenschaften dar. Zwar erlauben einige amtliche Datensätze Rückschlüsse zu einzelnen Formen des irregulären Aufenthalts in aggregierter Form. Auch ist es einigen qualitative Studien in begrenztem Ausmaß gelungen, irreguläre Migrant*innen zu befragen. Entsprechende Makro- und Mikrodaten fehlen jedoch. Dabei ist der Bedarf an validen und breiteren Datensätzen groß, etwa um die Größenordnung dieses sozialen Problems bestimmen und Lösungsansätze diskutieren zu können. In diesem Projekt wurde der Frage nachgegangen, welche quantitativen Methoden sich eignen, um den Umfang irregulärer Migration in Deutschland zu schätzen.

Ergebnisse: Zunächst wurden Daten zu irregulären Migrant*innen aus verfügbaren Quellen (Ausländerzentralregister, BAMF, DESTATIS, Antworten der Bundesregierung auf Kleine Anfragen im Deutschen Bundestag, Bundespolizei, IOM Deutschland) zusammengetragen oder durch Sonderauswertungen generiert. Bei der Analyse zeigte sich, dass die Zahl der registrierten irregulär eingewanderten Migrant*innen (Hellfeld) niedrig ist. Das Dunkelfeld kann nur geschätzt werden. Eine neuere Schätzung des US Forschungsinstituts PEW wurde kritisch überprüft und dabei festgestellt, dass sie auf entscheidenden Fehlannahmen basiert und deshalb unbrauchbar ist. Dies wurde in einer Research Note dargestellt. Zudem wurden zwei internationale Workshops zum Thema abgehalten, das BMFSFJ, das BAMF, die Europäische Kommission und die Diakonie Hessen durch Beratung unterstützt sowie die Ergebnisse auf der 16. Jahrestagung „Illegalität“ der katholischen Akademie in Berlin vorgestellt. Darüber hinaus sind weitere Publikationen in Arbeit.

Projektförderung: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend