„Politik braucht systematische Forschung“


 

Am 12. Dezember fand in Berlin die Tagung „Migration, Integration, Konflikt“ statt, auf der die DeZIM-Forschungsgemeinschaft über aktuelle Forschungsergebnisse berichtete.

 

"Die Idee, ein gemeinsames Haus der Integrations- und Migrationsforschung durch die forschende Zusammenarbeit von Instituten in den Regionen zu bauen, ist anstrengend, aber genau richtig," sagte der derzeitige Sprecher der DeZIM-Gemeinschaft Prof. Dr. Andreas Zick zum Auftakt der Veranstaltung. Und er fügte hinzu: "Migrations- und Integrationsprozesse sind komplex und verändern sich. Gerade in der interdisziplinären Zusammenarbeit erfahrener Institute aus unterschiedlichen Bundesländern und der Berliner Zentrale liegt die Zukunft einer Forschung, die ihre Kenntnisse so aufbereitet, dass Migration weniger als Gefahr, denn als Chance erkannt wird."

Dazu hat die Forschungsgemeinschaft aus sieben Instituten ein erstes Forschungspaket abgeschlossen, welches vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert wurde. Die Studien haben globale Migrationsprozesse und -entscheidungen sogar in den Herkunftsländern von Menschen untersucht, die nach Deutschland ausgewandert sind. Sie haben eine umfassende Textdatenbank mit tausenden Texten zur Migrationsdebatte erarbeitet, wie auch aktuelle Themen, wie den Einfluss von Migrations- und Religionseinflüssen auf die Radikalisierung untersucht.

Zum Abschluss der Auftaktprojekte präsentierten Wissenschaftler*innen aus den Instituten der Forschungsgemeinschaft die Ergebnisse. Besonders erörtert wurden dabei Fragen wie: Welchen Zusammenhang gibt es wirklich zwischen Armut und dem Wunsch auszuwandern? Wie wirken sich spezifische Fluchterfahrungen von Frauen und Familien auf das Ankommen in Deutschland aus? Wie engagieren sich Frauen mit Migrationshintergrund in der Flüchtlingsarbeit?

Michael Tetzlaff, Leiter der Abteilung Demokratie und Engagement am BMFSFJ, formulierte in einem Grußwort die Spannung zwischen Wissenschaft und Politik: „Wir benötigen systematische Forschung.“ In der Arbeit ergeben sich aber oft Reibungspunkte. „Politik muss oft schnell sein, Wissenschaft hingegen oft langfristig. Politik braucht konkrete Ergebnisse und sucht nach einfachen Erklärungen. Wissenschaft ist oft umständlich und produziert selten eine einfache Lösung.“ Aber gerade deswegen brauche Politik die Wissenschaft.


 

Poster der DeZIM-Forschungsgemeinschafts Projekte 

ExiTT  | Projektposter: Exitt to Transmit (PDF), Projektposter: Exitt - Senegambia Abschluss (PDF), Projektposter: Middle East (PDF)

Forschungskolleg Migration  |  Projektposter: (PDF)

ReNeEd: Research Needs in Education  |  Projektposter: (PDF)

DeZIM-Vernetzungsstellen  |  Projektposter: (PDF)

GeFF: Geflüchtete Frauen und Familien  |  Projektposter: (PDF)

RADIKAL: Religiöser Extremismus und Radikalisierung aus migrations- und integrationstheoretischer Perspektive  |  Projektposter: (PDF)

ARBEIT: Die Rolle von Diskriminierung für die Arbeitsmarktintegration von jungen Personen mit Migrationshintergrund  |  Projektposter: (PDF)

DeZIM-fdz: DeZIM-Forschungsdatenzentrum  |  Projektposter: (PDF)

Frauen mit Migrationshintergrund im zivilgesellschaftlichen Engagement  |  Projektposter: (PDF)

MigTex: Textressourcen für die Integrations- und Migrationsforschung  |  Projektposter: (PDF)