DeZIM_talk | mit Prof. Myra Marx Ferree und Prof. Ilse Lenz

Politische Demografie: Familienwandel und aktuelle Geschlechter- und Einwanderungspolitik

Wann: Montag, 15. Juli 2024, 18:00 – 20:00

Wo: DeZIM.Saal, 3. OG,Mauerstr. 76,
10117 Berlin

Die Anmeldung ist hier bis zum 12.07. möglich.

Die Veranstaltung findet in englisch statt

Politische Demografie: Familienwandel und aktuelle Geschlechter- und Einwanderungspolitik

Dieser Vortrag beleuchtet das Konzept der politischen Demografie als Ergänzung zum Konzept der politischen Ökonomie. Dabei wird der Nationalstaat als hybrides Konzept begriffen, bei dem sowohl die Nation als auch der Staat auf besonderen institutionellen Grundlagen basieren.

Während die politische Ökonomie die Beziehung zwischen Staat und Institutionen, die Güter und Dienstleistungen produzieren, betont, rückt die politische Demografie die Beziehung zwischen Nation und Familien sowie Gemeinschaften in den Vordergrund. Diese Beziehung sichert nicht nur die physische Reproduktion der neuen Generation, sondern auch die eines gesellschaftlichen Identitäts- und Zugehörigkeitsgefühls.

Die Familie, und dass sich wandelnde Verständnis von ihr als Institution, bildet die materielle und kulturelle Grundlage der politischen Demografie.

Die Zugehörigkeit zu einer Nation (Staatsbürgerschaft) sowie zu einem Geschlecht spiegeln politische Kämpfe um „Zugehörigkeit“ wider, wie sie in der Einwanderungs- und Transgender-Politik sichtbar werden.

Materielle Veränderungen in der Lebensrealität von Familien und kulturelle Veränderungen in der institutionellen Legitimität der Familie als Wurzel der Nation und als Sitz der geschlechtlichen Differenz tragen heute zur Polarisierung von Wähler*innen, politischen Parteien und Staaten bei.
Die Parteien der „neuen Linken“ und der „neuen Rechten“ reagieren eher auf die sich verändernde politische Demografie als auf die traditionelle politisch-ökonomische Einteilung in links und rechts.
Dem Widerstand der „neuen Rechten“ gegen Pluralismus und entgeschlechtlichte Reproduktionsverhältnisse (de-gendering reproductive relations) steht eine „neue Linke“ gegenüber, die demokratische Werte und Entscheidungsprozesse ausweitet und den traditionellen Nationalismus infrage stellt.
Wie die Unterschiede und Veränderungen im Kapitalismus, die von der politischen Ökonomie untersucht wurden, gibt es auch entscheidende Unterschiede zwischen Ländern, Generationen und Religionen in der Art und Weise, wie die materiellen und kulturellen Bedingungen der Reproduktion die Politik prägen.
Einwanderung und Geschlecht als explizite politische Themen sind untrennbar mit der politischen Demografie verbunden, die beide Bereiche beeinflusst und Veränderungspotenzial für beide Seiten bietet.
Die Veranstaltung bietet eine Plattform, um sich mit den Erkenntnissen von Prof. Myra Marx Ferree zur politischen Demografie auseinanderzusetzen und das Zusammenspiel von Familiendynamiken und politischer Polarisierung zu erkunden. Im Anschluss an die Keynote wird Prof. Ilse Lenz einen Kommentar auf Grundlage ihrer langjährigen Forschung zur Geschlechterpolitik abgeben.

Programm

18:00– 18:10 Uhr: Begrüßung und Einführung durch Prof. Kathrin Zippel and Prof. Gökce Yurdakul

18:10 – 19:00 Uhr: Keynote von Prof. Myra Marx Ferree

19:00 – 19:10 Uhr: Kommentar von Prof. Ilse Lenz

19:10 – 19:30 Uhr : Diskussion 

19:30 – 20:00 Uhr: Zusammenfassung und Verabschiedung

Moderation: Dr. Seyran Bostancı 

Unsere Gäste:

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Organisation

Diese Veranstaltung wird mitorganisiert von:
Einstein Professor Kathrin Zippel, Research Unit Gender Studies , Institute of Sociology, Freie Universität Berlin