Gestern Syrer*innen, heute Deutsche? Zur Einbürgerung von Geflüchteten.

Bei der Lunch Discussion diskutierte DeZIM-Mitarbeiter Liam Haller seine Forschung mit Jan Schneider (SVR) und Dr. Zeynep Yanaşmayan (DeZIM).

23. Januar 2023

12:30-14:00 Uhr

DeZIM.Saal im 3. OG der
Mauerstr. 76, 10711 Berlin

Die Veranstaltung fand auf Englisch statt.

Über 130.000 Ausländer*innen wurden im Jahr 2021 in Deutschland eingebürgert – das waren 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Dieser Anstieg ist vor allem auf die hohe Zahl an Einbürgerungen syrienstämmiger Geflüchteter zurückzuführen, die seit dem Jahr 2015 nach Deutschland gekommen sind. Etwa 19.100 Syrer*innen erhielten 2021 die deutsche Staatsbürgerschaft – fast dreimal so viele wie 2020. Dieser Trend wird vermutlich anhalten. Denn immer mehr Syrer*innen erfüllen die Voraussetzungen für eine Einbürgerung.

Um eingebürgert zu werden, muss man ausreichende Sprachkenntnisse sowie einen gesicherten Lebensunterhalt und eine Mindestaufenthaltsdauer von acht Jahren nachweisen. Von der Acht-Jahre-Regel kann aber abgewichen werden, wenn die Menschen "besondere Integrationsleistungen" erbringen - also beispielsweise gut Deutsch sprechen, besonders gute schulische oder berufliche Leistungen erbringen oder sich gesellschaftlich engagieren. Auf die meisten der neu eingebürgerten Syrer*innen traf das zu.

Die neue Bundesregierung will die Hürden für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit noch weiter absenken und die Fristen für die Einbürgerung weiter verkürzen. Hilft das, damit sich mehr Geflüchtete einbürgern lassen? Lässt sich das Beispiel der Syrer*innen auf andere Gruppen übertragen? Und warum ist es überhaupt erstrebenswert, Geflüchtete rasch einzubürgern? Diese Fragen diskutierten wir bei einer DeZIM Lunch Discussion. 

Sprecher*innen

  • Liam Haller ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am DeZIM-Institut. Er kam 2021 mit einem Fulbright-Stipendium als Fellow ans DeZIM-Institut, hat in Berlin zum Thema Einbürgerungen geforscht und dazu Interviews mit Geflüchteten aus dem Irak und Syrien geführt.
  • Den Input diskutiert Dr. Jan Schneider von der Geschäftsstelle des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR). Der wissenschaftliche Stab des SVR hat erst kürzlich einen von ihm mitverfassten Policy Brief zum Einbürgerungspotenzial unter Geflüchteten veröffentlicht.
  • Dr. Zeynep Yanaşmayan, Leiterin der Abteilung Migration, moderierte das Gespräch.

Kontakt

Olga Paczynska

Veranstaltungsmanagerin
Stabsstelle Kommunikation & Wissenstransfer

veranstaltungen(at)dezim-institut.de

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