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Release MIND.set: Implicit Associations Test Datensätze: Zwei längschnittliche Datensätze
Inhalt und Umfang des Datensatzes
Ab sofort steht ein Datenrelease von MIND.set Implicit Association Tests in Verbindung mit dem DeZIM.panel für Forschungszwecke zur Verfügung. Die beiden Datensätze enthalten die Ergebnisse des Implicit Association Tests, die in einer Zusatzbefragung in Welle 13 (ew1, 2024) und der Kurzbefragung Mindset (es2, 2025) des DeZIM.panels erhoben wurden. Die Tests wurden in den Sprachen Arabisch, Deutsch, Englisch, Türkisch und Russisch erhoben.
Die Daten des Implicit Association Tests lassen sich über die Variable “lfd” mit den DeZIM.panel Daten verbinden, die Informationen von Personen mit und ohne Migrationshintergrund beinhalten und differenzierte Analysen nach Migrationsgeschichte, Alter, sozialer Lage und weiteren soziodemografischen Merkmalen erlauben.
Inhaltlicher Fokus des Implicit Association Tests
Der im Rahmen von MIND.set eingesetzte Implicit Association Test (IAT) erfasst implizite Assoziationen im Kontext von Migration und Ethnisierung. Konkret untersucht der Test spontane Assoziationen zwischen den sozialen Kategorien (arabische vs. weiße) Personen und valenten Attributkategorien (gut vs. schlecht).
Target-Kategorien
Die zu kategorisierenden Bilder der Target-Kategorien (arabisch vs. weiß) sind Fotografien von arabisch gelesenen und weiß gelesenen Personen aus der DeZIM Picture Database (DPD, Veit et al., 2022). Die Bildauswahl basiert auf der wahrgenommenen ethnischen Typikalität aus einer vorgelagerten Bildvalidierungsstudie. Für den IAT wurden jeweils die Bilder mit den höchsten Typikalitätswerten ausgewählt. Dadurch wird sichergestellt, dass die Bilder der Target-Kategorien klar unterscheidbar sind und auf konsistenten Wahrnehmungsurteilen beruhen.
Attribut-Kategorien
Die Attribut-Kategorien (gut vs. schlecht) repräsentieren positive und negative Valenzdimensionen und wurden in der deutschsprachigen Version wie folgt präsentiert:
„Gut“: z.B. glücklich, Frieden, Vergnügen, Liebe, Freude, wundervoll, Entspannung, Spaß
„Schlecht“: z.B. Qual, verletzt, Misserfolg, böse, übel, grausam, Panik, Streit
Die verwendeten Wörter decken ein breites Spektrum emotionaler und evaluativer Bedeutungen ab und entsprechen etablierten IAT-Standards zur Messung affektiver Assoziationen.
Analytisches Potenzial
Durch die Kombination der IAT-Daten mit den umfangreichen soziodemografischen und einstellungsbezogenen Informationen des DeZIM.panels lassen sich implizite Bewertungen arabisch gelesener Personen in Beziehung setzen zu expliziten Einstellungen, politischen Orientierungen, Diskriminierungserfahrungen sowie migrationsbezogenen Merkmalen. Dies ermöglicht sowohl differenzierte Querschnittsanalysen als auch längsschnittliche Untersuchungen zur Stabilität und Veränderung impliziter Vorurteile.
Zugriff auf den Datensatz
Der Datensatz wird als Scientific Use File im Download-Format über das Forschungsdatenzentrum DeZIM.fdz bereitgestellt. Interessierte Forschende können den Zugang über das Antragsformular des DeZIM.fdz beantragen und erhalten die Daten nach Abschluss eines Datennutzungsvertrags in der jeweils aktuellen Version. Um den SUF zu nutzen, müssen ein wissenschaftlicher Forschungszweck sowie die Anstellung an einer wissenschaftlichen Einrichtung vorliegen.
Weitere Informationen und Materialien
Begleitend zum Datenrelease stehen ein Codebook und ein Testbericht zur Verfügung. Weitere Daten-Dokumentationen des DeZIM.panels zur Stichprobe Struktur, Erhebungsdesign und Gewichtungsverfahren des DeZIM.panels finden sich im Datenarchiv des DeZIM.fdz.
Hintergrundinformationen zum DeZIM.panel
Die Grundgesamtheit des DeZIM.panels umfasst alle in Deutschland lebenden Personen mit und ohne Migrationsgeschichte, die 2004 oder früher geboren worden sind (Bevölkerung ab 18 Jahren). Es handelt sich dabei um eine Zufallsstichprobe auf Basis der Einwohnermeldeämter, mit der aktuelle Stimmungen und Trends in der deutschen Bevölkerung im Längsschnitt abgebildet werden können. Die Stichprobe des DeZIM.panels basiert auf einer zweistufig geschichteten Stichprobenziehung mit dem Ziel, bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional häufig in der Stichprobe zu berücksichtigen; insbesondere Menschen aus der Türkei, aus anderen mehrheitlich muslimischen Ländern, aus Staaten mit Gastarbeiter*innenanwerbeabkommen sowie Aussiedler*innen aus der ehemaligen Sowjetunion und Rumänien. Dadurch liefert das DeZIM.panel genügend Fälle für Vergleiche und Analysen innerhalb dieser Subgruppen im Quer- sowie im Längsschnitt. Im Jahr 2025 wurde eine Auffrischungsstichprobe erhoben, die im Jahr Frühjahr 2026 in den Panelbetrieb integriert wird.
Zitation
Zey, Elli & Veit, Susanne (2026): MIND.set Implicit Associations Tests Data Release 1.0.0. Dataset. Version: 1.0.0. Berlin: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM).
DOI: https://doi.org/10.34882/dezim.mindset-iat.download.1.0.0