Aufbau eines Forschungsdatenzentrums am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM.fdz)
Cluster Daten-Methoden-Monitoring
Projektleitung: PD Dr. Jörg Dollmann, Dr. Jannes Jacobsen, Prof. Dr. Sabrina J. Mayer
Projektmitarbeitende: Paul Kitt, Jonas Köhler, Joscha Kükenshöner, Almuth Lietz, Artem Meth, Andreas Neumann, Madeleine Siegel, Stefan Zimmermann
Leitende Forschungsfragen
Das Projekt „Aufbau eines Forschungsdatenzentrums am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM.fdz)“ verfolgt das Ziel, eine spezialisierte Dateninfrastruktur für das Forschungsfeld Migration und Integration zu etablieren. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass in diesem Bereich zwar zahlreiche Erhebungen, Panelstudien und qualitative Projekte durchgeführt werden, ihre Daten aber oft nur begrenzt zugänglich, schwer auffindbar oder unzureichend dokumentiert sind – insbesondere, wenn es um sensible Gruppen, kleinräumige Analysen oder längsschnittliche Designs geht.
Das DeZIM.fdz entwickelt hierfür ein umfassendes Serviceportfolio: Es konzipiert Prozesse für die sichere Übernahme von Projektdaten (Datenkuratierung), baut ein Metadaten- und Dokumentationssystem auf, entwickelt Standards für Anonymisierung und Aufbereitung und bietet abgestufte Zugangswege an. Dazu gehören Scientific Use Files zum download, kontrollierte Gastwissenschaftsarbeitsplätze (z. B. für besonders schutzbedürftige Daten) sowie sichere Remote-Zugänge.
Organisatorisch wird das DeZIM.fdz als eigenständige Einheit im DeZIM-Institut verankert und arbeitet eng mit den Instituten der DeZIM-Forschungsgemeinschaft und externen Partnern zusammen. In der Aufbauphase werden Pilotprojekte (z. B. DeZIM.panel, spezielle Survey- und Panelstudien zu Migration, Flucht und Rassismus) integriert, Prozesse standardisiert und ein wachsendes Datenportfolio für die wissenschaftliche Nachnutzung bereitgestellt.
Der Forschungsgegenstand des Projekts ist primär infrastrukturell und methodisch:
- Konzeption und Implementierung eines Forschungsdatenzentrums im Themenfeld Migration und Integration,
- Entwicklung von Standards für Datenübernahme, Anonymisierung, Dokumentation und Archivierung,
- Gestaltung datenschutzkonformer Zugangswege zu sensiblen, personennahen Forschungsdaten.
Inhaltlich bearbeitet das Projekt selbst keine spezifische Forschungsfrage zu Migration oder Integration, sondern stellt die Infrastruktur bereit, auf deren Basis solche Fragen durch andere Projekte beantwortet werden können. Damit ist das DeZIM.fdz ein „Enabler“ für Forschung, nicht in erster Linie ein inhaltliches Forschungsprojekt.
- Datenzugangslücke: Viele Datensätze zur Migrations- und Integrationsforschung – insbesondere aus Drittmittelprojekten – waren bislang nur projektintern verfügbar oder nach Projektende schwer zugänglich. Das DeZIM.fdz schafft strukturierte, langfristige und rechtssichere Zugänge zu diesen Daten.
- Dokumentationslücke: Metadaten und Dokumentation sind im Themenfeld häufig uneinheitlich oder fragmentiert. Das Projekt entwickelt einheitliche Standards, um Studien auffindbar und vergleichbar zu machen (z. B. über ein zentrales Studienregister und einheitliche Dokumentationsformate).
- Schutzbedarfs-/Nutzungslücke: Gerade Daten zu Migration, Flucht, Rassismus und Diskriminierung betreffen häufig vulnerable Gruppen. Bisher fehlten oft spezialisierte Lösungen, die hohen Schutzbedarf und wissenschaftliche Nutzung verbinden. Das DeZIM.fdz erprobt und etabliert hierfür geeignete Zugangsmodelle und Governance-Strukturen.
- Aufbau eines Forschungsdatenzentrums, das als zentraler Knotenpunkt für Daten zu Migration und Integration in Deutschland fungiert.
- Entwicklung und Umsetzung von Verfahren zur Datenkuratierung, Anonymisierung, Dokumentation und Archivierung, die den Anforderungen von Datenschutz, Good Scientific
Practice und Open Science entsprechen. - Etablierung abgestufter Datenzugangswege (SUF, sichere Gastarbeitsplätze, Remote Access) für verschiedene Sensibilitätsstufen.
- Systematische Einbindung der DeZIM-Forschungsgemeinschaft und externer Forschender in die Nutzung und Weiterentwicklung der Infrastruktur.
- Konzeptionsphase: Analyse bestehender FDZ-Modelle, Definition des spezifischen Profils des DeZIM.fdz, Ausarbeitung von Governance-Strukturen, Datenschutz- und Sicherheitskonzepten.
- Pilotphase: Übernahme ausgewählter Studien (z. B. DeZIM.panel, Surveys zu Flucht, Integration, Rassismus), Test von Kuratierungs- und Anonymisierungsprozessen, Aufbau erster Zugangsangebote für Gastwissenschaftler*innen.
- Systematisierung: Entwicklung standardisierter Workflows und Handreichungen für Projektteams (z. B. Data Management Pläne, Checklisten zur Datenübergabe), Ausbau der Metadatenplattform, Implementierung von Nutzungs- und Antragsverfahren.
- Verstetigung: Verankerung des DeZIM.fdz als dauerhafte Einheit im DeZIM-Institut, schrittweiser Ausbau des Datenbestands und der Services, Anbindung an nationale und internationale Netzwerke der Forschungsdateninfrastruktur.
- Es liegen standardisierte Prozesse zur Datenübernahme, -anonymisierung und -aufbereitung vor, die bereits für mehrere größere Studien im DeZIM-Kontext angewendet wurden.
- Erste Datensätze (u. a. aus Panel- und Surveyprojekten) wurden als Scientific Use Files bzw. in besonders geschützten Umgebungen bereitgestellt und von internen wie externen Forschenden genutzt.
- Das DeZIM.fdz ist organisatorisch als eigenständige Einheit etabliert, verfügt über ein wachsendes Datenportfolio und wird kontinuierlich in Projektanträgen als Datenhaltungs- und Disseminationspartner eingebunden.
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Institutionelle Förderung)