Diskriminierungskritische Diversitätsforschung in Organisationen

Abteilung Konsens und Konflikt

Projektleitung: Dr. Annett Gräfe-GeuschDr. Friederike Römer

Projektmitarbeitende: Dr. Ruta Yemane

Laufzeit Januar 2025 bis Dezember 2026
Status Laufendes Projekt

Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung gewinnt in Deutschland sektorübergreifend an Bedeutung, doch es fehlen verbindliche Standards für diskriminierungskritische Datenerhebungen. Das Projekt untersucht systematisch einschlägige diversitäts- und diskriminierungstheoretische Ansätze und übersetzt diese in ein praxisnahes Best-Practice-Toolkit für Beschäftigtenbefragungen.

Leitende Forschungsfragen

Wie kann eine diversitätsorientierte und diskriminierungskritische Organisationsforschung theoretisch, methodisch und empirisch begründet werden?
Welche konzeptionelle/ theoretische Grundlage kann für die Diversitätsforschung in Organisationen in Deutschland genutzt werden?
Wie können wissenschaftliche Standards für quantitative Diversity-Erhebungen im Rahmen einer diversitätsorientierten und diskriminierungskritischen Organisationsentwicklung gestaltet werden?

Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung ist in Deutschland Teil von Organisationsbestrebungen unterschiedlicher Sektoren. Diversitätsstudien sind dabei zentral, um eine empirische Basis zu schaffen. Allgemeingültige und bekannte Standards für solche Erhebungen fehlen allerdings. Auch wie Erhebungen dieser Art diskriminierungskritisch gestaltet werden können, ist nicht umfassend geklärt. Zudem kann festgestellt werden, dass die Rahmenbedingungen, die eine diversitätsorientierte Organisationsentwicklung stark beeinflussen, zwischen den Sektoren (Organisationsfeldern) stark schwanken. Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie diversitätsorientierte und diskriminierungskritische Organisationsentwicklungen im deutschen Kontext theoretisch und empirisch fundiert umgesetzt werden können.     
Ziel ist es hierbei, konzeptionelle und theoretische Grundlagen für die Diversitätsförderung im deutschen Kontext zu entwickeln, die Antidiskriminierung explizit mitzudenken, und methodologische Standards zur Erhebung von diversitätsbezogenen Daten in Organisationen zu entwickeln. Hierzu analysiert das Projekt systematisch einschlägige diversitäts- und diskriminierungstheoretische Ansätze und übersetzt diese in ein praxisnahes Best-Practice-Toolkit für Beschäftigtenbefragungen.

Das Forschungsprojekt adressiert das Fehlen konzeptioneller und theoretischer Grundlagen für die Datenerhebung im Kontext der diskriminierungskritischen Diversitätsforschung in Deutschland. 

Es sollen klare konzeptionelle und theoretische Grundlagen sowie methodologische Standards für die Erhebung von Diversität in Organisationen und die Verwendung dieser Daten im diversitätsorientierten Organisationsentwicklungsprozess entwickelt werden.

Das Projekt folgt einem zweistufigen Vorgehen. Im ersten Schritt wird ein systematisches Literaturreview durchgeführt, um zentrale theoretische und konzeptionelle Ansätze der Diversitäts- und Diskriminierungsforschung für den deutschen Kontext zu bündeln, zu präzisieren und für empirische Forschung anschlussfähig zu machen. Aufbauend auf dieser theoretischen Grundlage wird im zweiten Schritt ein Best-Practice-Toolkit für diversitätsorientierte und diskriminierungskritische Beschäftigtenbefragungen entwickelt. Dabei geht es explizit nicht darum, ein “One-Size-Fits-All”-Modell zu entwickeln, sondern gezielt Spielräume zur Anpassung an unterschiedliche Organisationskontexte offen zu lassen. Es wird eine kommentierte Itemsammlung erstellt, die auch Informationen zur Durchführung solcher Befragungen und Best-Practice-Abläufe umfasst.

  • Gräfe-Geusch, Annett; Sdunzik, Jennifer (2024): Diversität, aber wie? Internationale und nationale Best-Practice-Bereiche für diversitätsorientierte und diskriminierungskritische Organisationsentwicklung. DeZIM Working Papers 2, Berlin: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM).

Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Institutionelle Förderung)