Einstein Zirkel: Exploring otherness on Earth and beyond
Integrating perspectives from natural sciences, social sciences and humanities
Cluster Daten-Methoden-Monitoring
Projektleitung: Dr. Susanne Veit
Leitende Forschungsfragen
Dieser Einsteinzirkel ist wahrhaft interdisziplinär. Noch nie habe ich in einem Projekt so viele neue und faszinierende Perspektiven kennengelernt.Dr. Susanne Veit, Cluster Daten-Methoden-Monitoring
Projektmitarbeitende: Susanne Veit, DeZIM; Steffi Pohl (Koordinatorin), FU Berlin; Lena Noack (Ko-Koordinatorin), FU Berlin; Ursula Kessels, FU Berlin; Mickael Baque, DLR; Ulrike Klinger, Weizenbaum Institut; Miriam Kyselo, NTNU Norway, Frank Postberg, FU berlin, Dirk Schulze-Makuch, TU Berlin, Michael Waltemathe, RUB, Bochum; Kai Wünnemann, MfN, FU Berlin
Der Einstein-Zirkel „Exploring otherness on Earth and beyond“ vereint Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichsten Disziplinen, um die Wahrnehmung und Bedeutung des Fremden zu erforschen – sei es in Form extremer Umweltbedingungen, planetarer Kolonisationsszenarien oder der Vorstellung außerirdischen Lebens.
Während Naturwissenschaften das Fremde als etwas zu Erforschendes begreifen – neue Umgebungen, potenzielle Lebensformen, unbekannte planetare Systeme –, wird es aus sozial- und geisteswissenschaftlicher Perspektive häufig als Irritation, Bedrohung oder existenzielle Frage verstanden. Der Zirkel verbindet diese Ansätze und entwickelt gemeinsame Forschungsfragen und epistemologische Grundlagen.
Die Arbeit umfasst Workshops, Planetariumsformate, interdisziplinäre Schreibphasen und eine Abschlusskonferenz. Ziel ist es, theoretische und empirische Perspektiven zu integrieren, um zukünftige Herausforderungen wie Naturkatastrophen, planetare Migration oder den Kontakt mit außerirdischem Leben besser zu verstehen und gesellschaftlich einzuordnen.
Projektseite: https://exoeinstein.userpage.fu-berlin.de/
Während wissenschaftliche Expertise in der Regel nur einen disziplinspezifischen Satz an Theorien und Methoden umfasst, sind die Probleme der Welt vielgestaltig und erfordern Fachwissen aus einer Vielzahl von Disziplinen, um verstanden und bewältigt zu werden.
Unser Projekt verfolgt eine besonders ausgeprägte Form der Interdisziplinarität. Wir bringen Erkenntnisse und Methoden aus äußerst unterschiedlichen Fachgebieten zusammen. Unser interdisziplinärer Anspruch ist daher sehr hoch, da wir die Kluft zwischen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften überbrücken und die beständige Dichotomie zwischen abstrakter philosophischer und theoretischer Reflexion einerseits und der Untersuchung des Fremden als natürliches und empirisches Phänomen andererseits überwinden wollen.
Naturkatastrophen beispielsweise müssen aus geophysikalischer Perspektive verstanden werden, sie haben jedoch auch direkte oder indirekte Auswirkungen auf den Menschen – etwa über mediale Vermittlung, durch die sie Wahrnehmung, Kognition und Verhalten beeinflussen. Menschen können sich dadurch bedroht fühlen oder konstruktive Wege finden, mit ihnen umzugehen.
Ähnlich verhält es sich mit außerirdischem Leben: Es bedarf einer planetarwissenschaftlichen Perspektive, um die Umwelt zu verstehen, ebenso wie einer biologischen Perspektive, um das biologische System zu begreifen. Doch außerirdisches Leben ist nicht nur ein Thema der Naturwissenschaften – da es religiöse Überzeugungen, menschliche Kognition und Verhalten beeinflusst, ist es ebenso ein Thema der Sozial- und Geisteswissenschaften. Keine Disziplin allein verfügt über alle Theorien und Methoden, um diese komplexen Fragen vollständig zu erfassen. Daher streben wir an, diese Perspektiven zu kombinieren und zu integrieren, um zu einem umfassenden Verständnis des Phänomens zu gelangen.
Die Vorbereitung auf relevante Fragen muss bereits vor dem Eintreten herausfordernder Situationen beginnen, damit geeignete Instrumente vorhanden sind, wenn sie benötigt werden. Innerhalb des Einstein-Zirkels werden wir daher die Herausforderungen und Wahrnehmungen fremder und unbekannter Situationen untersuchen.
Der Einstein-Zirkel integriert verschiedene Disziplinen zur Erforschung des Fremden, um neue Forschungsfragen und ein interdisziplinäres Forschungsprogramm zu entwickeln, damit die Gesellschaftliche auf mögliche planetare und außerirdische Herausforderungen vorzubereiten.
Gefördert durch die Einstein Stiftung veranstaltete der Einstein-Zirkel sechs interdisziplinäre Workshops mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten an unterschiedlichen Orten (z.B. im Naturkundemuseum Berlin, am DLR und im Weizenbauminstitut), ein Kick-off Meeting, eine Planetariums Show, ein Writing Retreat und eine Abschlusskonferenz.
Aufbauend auf den interdisziplinären Diskussionen wurde ein SFB-Antrag entwickelt, um systematisch die interdisziplinäre Forschung zum Thema voranzubringen.
Förderung: Einstein Stiftung Berlin (Drittmittel)