Geerbte Wege

Abteilung Migration

Projektleitung: Dr. Jonna Rock

Laufzeit März 2026 bis Mai 2027
Status Laufendes Projekt

Das auf unserer Forschung basierende Wissenschaftskommunikationsprojekt „Geerbte Wege“ begleitet Mutter-Tochter-Paare, die ihre Staatsbürgerschaft abstammungsbedingt erworben haben.

Leitende Forschungsfragen

Qualitative Interviews im Rahmen unseres Forschungsprojekts zeigen, dass rassifizierende Erfahrungen für die Beteiligten in allen drei Fallstudien prägend waren. Ethnie wird dabei zur zentralen Kategorie – als Schnittpunkt von Privilegierung und Stigmatisierung, Zugehörigkeit und Anspruch auf Rückkehr. Der Film beleuchtet, wie unsere Protagonistinnen mit rassifizierten und genderisierten Erfahrungen sowie mit Wahrnehmungen von Zugehörigkeit umgehen.
„Geerbte Wege“ zeigt die Erfahrungen von sechs Müttern und Töchtern, die diese Staatsbürgerschaften besitzen – basierend auf Herkunft über Generationen hinweg.
Das Projekt ist dialogisch und partizipativ angelegt: Die Mütter und Töchter gestalten ihre Erzählungen aktiv mit, etwa durch Gespräche und Feedback während der Produktion. Dieses ko-kreative Ethos setzt sich in Vorabvorführungen fort, die intersektionale Erfahrungen sichtbar machen.
Dr. Jonna Rock, Projektleitung

Manche Menschen können die Staatsbürgerschaft von Ländern wie Deutschland, Bulgarien oder Italien beanspruchen, weil ihre Vorfahren von dort stammen. Der Dokumentarfilm „Geerbte Wege“ zeigt die Erfahrungen von Müttern und Töchtern, die diese Staatsbürgerschaften besitzen – basierend auf Herkunft über Generationen hinweg. Der Film porträtiert ihre persönlichen Geschichten und beleuchtet, wie sie mit Privilegien und Stigmatisierung in ihren jeweiligen Heimatländern umgehen. Gleichzeitig reflektiert er, dass ihr Recht auf Staatsbürgerschaft politisch geschaffen wurde, um vergangene Familiengeschichten von Vertreibung und Bruch symbolisch zu „heilen“. Mit „Geerbte Wege“ machen wir unsere laufende Forschung außerhalb akademischer Kontexte zugänglich und regen zum Nachdenken über die Bedeutung familiärer Vergangenheit für heutige Zugehörigkeit an – im Kontext eines Europas, das zunehmend von Spaltung und Unsicherheit geprägt ist.

Förderung: VolkswagenStiftung (Drittmittel)