Migration & Social Citizenship Consortium (MiSoCC)

Abteilung Integration

Projektleitung: Prof. Dr. Magdalena Nowicka

Laufzeit April 2026 bis März 2029
Status Laufendes Projekt

Der Wohlstandsunterschied zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden schließt sich zunehmend. Alternde Gesellschaften und die Anforderungen der Wissensökonomie befeuern einen „globalen Wettlauf um Talente“. Migrant*innen sind längst nicht mehr die „verarmten Massen“ vergangener Zeiten. Sie streben nach Mittelschichtspositionen und einem „guten Leben“. Kanada und Deutschland sind auf Einwanderung angewiesen, um wirtschaftlichen und demografischen Herausforderungen zu begegnen. Bedauerlicherweise verlieren beide Länder derzeit viele jener Migrant*innen, die sie am dringendsten halten möchten. Das Konsortium MiSoCC wird von Prof. Dr. Elke Winter, University of Ottawa, geleitet.

Leitende Forschungsfragen

Warum entscheiden sich im Ausland geborene qualifizierte Fachkräfte dafür, langfristig in Kanada oder Deutschland zu bleiben – oder umgekehrt, das Land wieder zu verlassen?
Was lehren uns diese Entscheidungen über den Zustand sozialer Staatsbürgerschaft in beiden Ländern?
Welche Strategien politischer Intervention und Politikgestaltung lassen sich aus einem besseren Verständnis des Zusammenhangs zwischen Migration und sozialer Staatsbürgerschaft ableiten?
Soziale Staatsbürgerschaft ermöglicht es Individuen, vollumfänglich an der Gesellschaft teilzuhaben. Sie ermöglicht ihnen außerdem ein „gutes Leben“, das Migrant*Innen häufig mit dem vergleichen, was sie zurückgelassen haben oder andernorts zu finden glauben.
Prof. Dr. Elke Winter, University of Ottawa

Im Kontext eines sich verschärfenden globalen Wettbewerbs um Talente haben sich Kanada und Deutschland zu wichtigen Zielländern für qualifizierte Migrant*innen aus der Mittelschicht entwickelt. Während die Regierungen beider Länder die zentrale Rolle von Einwanderung bei der Bewältigung wirtschaftlicher und demografischer Herausforderungen anerkennen, ist zugleich ein Anstieg migrationsfeindlicher Einstellungen zu beobachten. Diese stehen im Zusammenhang mit wirtschaftlichen Krisen, sich wandelnden sozialen Normen und einem Rückgang sozialer Staatsbürgerschaft. Oft übersehen wird dabei, dass auch Zugewanderte und angehende Staatsbürger*innen diese Sorgen teilen und sich möglicherweise eher dazu entscheiden, das Land zu verlassen, anstatt ihren Unmut durch politische Beteiligung oder öffentliche Meinungsäußerung auszudrücken.

In diesem Projekt untersuchen wir die drängende Herausforderung der Bindung von Migrant*Innen in Kanada und Deutschland. Mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes (Umfragedaten, leitfadengestützte Interviews und Dokumentenanalyse) erforschen wir, warum sich im Ausland geborene qualifizierte Fachkräfte dafür entscheiden, sich dauerhaft in ihrem neuen Wohnland niederzulassen – oder warum sie im Gegenteil darüber nachdenken, es wieder zu verlassen. Dabei interessieren uns die Träume und Enttäuschungen (ehemaliger) Migrant*innen sowie die Faktoren, die für die Entwicklung von Vertrauen, Zugehörigkeit und Loyalität von Bedeutung sind.

Förderung: Social Sciences and Humanities Research Council of Canada (SSHRC) (Drittmittel)

Kooperationspartner:

- Association for Canadian Studies
- Bielefeld University
- Embassy of Germany in Ottawa
- Embassy of Canada in Berlin
- German Federal Office for Migration and Refugees (BAMF)
- German Centre for Integration and Migration Research (DeZIM)
- German Federal Institute for Population Research (BiB)
- Goethe-Universität Frankfurt
- Harvard University
- Haute école de travail social - Genève
- Humboldt Universität zu Berlin
- Immigration, Refugees and Citizenship Canada (IRCC)
- Institute for Canadian Citizenship (ICC)
- Statistics Canada
- University of Ottawa
- Western University