Selektive Resonanz? Die Thematisierung rassistischer Gewalt in Mediendebatten und Protesthandeln
Abteilung Konsens und Konflikt
Projektleitung: Dr. Elias Steinhilper
Projektmitarbeitende: Dr. Nader Hotait, Tom Runge
Leitende Forschungsfragen
Das Projekt fragt, unter welchen Bedingungen rassistische Gewalt zu breiten Debatten führt – und wann Sichtbarkeit ausbleibt.Dr. Elias Steinhilper Co-Leitung Abt. Konsens & Konflikt
Das Projekt untersucht, unter welchen Bedingungen rassistische Gewalt in Deutschland medial sichtbar wird und welche Rolle antirassistische Proteste dabei spielen. Es verbindet quantitative Inhaltsanalysen aus Basis von lokalen und überregionalen Zeitungs-Korpora sowie Social-Media-Daten mit einem systematischen qualitativen Fallvergleich. Im Zentrum steht das Wechselverhältnis zwischen medialer Thematisierung, zivilgesellschaftlicher Mobilisierung und den Logiken hybrider Öffentlichkeiten. Dabei werden klassische Druckmedien mit sozialen Medien (TikTok, YouTube) kontrastiert, um unterschiedliche Resonanzräume und diskursive Dynamiken sichtbar zu machen. Das Projekt schließt an umfangreiche Vorarbeiten am DeZIM zur Black Lives Matter Protestwelle 2020 sowie Rassismusdiskurse an und leistet einen innovativen theoretischen und methodischen Beitrag zur Verzahnung von Kommunikations-, Bewegungs- und Rassismusforschung.
Bestehende Forschung erfasst rassismusbezogene Mediendebatten und Proteste meist getrennt, vernachlässigt jedoch die wechselseitigen Effekte beider Felder. Zudem fehlt eine systematische Analyse sozialer Medien als eigenständige Resonanzräume rassistischer Gewalt im deutschen Kontext. Das Projekt schließt diese Lücken durch ein integriertes mixed-methods-Design.
- Muster und Erklärungsfaktoren medialer Resonanz auf rassistische Gewalt identifizieren.
- Wechselwirkungen zwischen Berichterstattung und antirassistischer Mobilisierung empirisch untersuchen.
- Unterschiede zwischen klassischen und digitalen Öffentlichkeiten herausarbeiten.
- Die Befunde gemeinsam mit Akteur:innen aus Journalismus, Politik und betroffenen Communities diskutieren und daraus praxisrelevante Handlungsansätze ableiten.
Methodisch kombiniert das Projekt eine quantitative Inhaltsanalyse von überregionalen und lokalen Zeitungen sowie Social-Media-Beiträgen (TikTok, YouTube) mit einem qualitativen Fallvergleich. 171 dokumentierte Fälle werden hinsichtlich medialer Sichtbarkeit und Rahmung sowie Protestmobilisierung analysiert. Ergänzend ermöglichen Interviews mit Journalistinnen und zivilgesellschaftlichen Akteurinnen vertiefte Einblicke in die Mechanismen der (Un)Sichtbarkeit rassitischer Gewalt in medialen Debatten.
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Institutionelle Förderung)
Kooperationspartner:
- Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa)
- InZentIM, Universität Duisburg-Essen
- Burg Giebichenstein, Halle, Studiengruppe Informationsdesign