Zwischen Staat und Markt: Migrationsvermittler („Brokers“) in der deutschen Migrationsinfrastruktur
Abteilung Migration
Projektleitung: Dr. Pau Palop-García, Dr. Ramona Rischke, Dr. Zeynep Yanaşmayan
Projektmitarbeitende: David Ammann
Das Projekt untersucht die zunehmende Formalisierung von Migrationsvermittler („Brokers”) im Kontext der deutschen Migrationspolitik. Während Vermittlungspraktiken früher häufig informell organisiert waren, ist in den vergangenen Jahren eine zunehmende Formalisierung zu beobachten. Immer häufiger treten staatlich anerkannte und regulierte Vermittlungsakteure auf – beispielsweise im Kontext bilateraler Arbeitsmigrationsabkommen. Ziel des Projekts ist es, die Rolle von Vermittlern in der Migrationspraxis systematisch zu analysieren und daraus wissenschaftlich fundierte Impulse für die Ausgestaltung künftiger Regulierungsansätze zu entwickeln. Hierbei wird berücksichtigt, wie Integrationsakteure – etwa die vom BMBFSFJ geförderten Jugendmigrationsdienste (JMDs) – an die Ergebnisse und Strukturen formeller Vermittlungsprozesse anschließen. Das Projekt fokussiert regulatorische Rahmenbedingungen, institutionelle Strukturen, Finanzierungsmechanismen sowie die konkreten Praktiken der Vermittlung. Methodisch kombiniert das Projekt die Untersuchung regulatorischer Rahmenbedingungen, qualitative Feldforschung und datenbasierte Verwaltungsanalyse. Durch die Verbindung von empirischer Forschung und politikrelevanter Aufarbeitung leistet es einen Beitrag zum besseren Verständnis von Migrationsinfrastrukturen und zur Weiterentwicklung einer gerechteren und funktionalen Migrationsgovernance.
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Institutionelle Förderung)