Publikationstyp: Studie
„Münchner Kurd*innen“ – (Un-)sichtbare Realitäten zwischen pluralen Zugehörigkeiten und mehrdimensionaler Diskriminierung
AutorInnen: Ghaderi, Çinur; Kaulertz, Monique; Lam, Mary Publikationsjahr: 2026
Zum ersten Mal wurde eine umfassende Studie zu Kurd*innen in München durchgeführt. Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:
- In München leben schätzungsweise 28.000 Kurd*innen. Viele der jüngeren Kurd*innen sind in München geboren oder leben seit Jahrzehnten hier.
- 56 % der befragten Kurd*innen haben die deutsche Staatsbürgerschaft. 93 % der Befragten sprechen Deutsch.
- Ein ungewöhnlich hoher Anteil der Befragten ist staatenlos (8 %). Dies zieht erhebliche rechtliche und praktische Unsicherheiten und Nachteile im Alltag nach sich.
- Rund 87 % der Befragten gaben an, im letzten Jahr diskriminiert worden zu sein. Rund 12 % berichten von körperlichen Angriffen. Die Diskriminierung geschieht im Alltag, in der Schule, am Arbeitsplatz sowie durch Behörden.
- Polizeiliche Maßnahmen auf Grund von unterstellter Nähe zur PKK oder auf Grund von türkischen Interpol-Haftbefehlen stellen ein Hindernis für politisches Engagement von Kurd*innen in München dar, da viele Kurd*innen Angst davor haben, öffentlich sichtbar zu werden.
- Kurd*innen in München sind Bedrohungen und Angriffen von rechtsra- dikalen und islamistischen Gruppierungen wie etwa den „Grauen Wölfen“ ausgesetzt.
Ghaderi, Çinur; Kaulertz, Monique; Lam, Mary (2026): „Münchner Kurd*innen“ – (Un-)sichtbare Realitäten zwischen pluralen Zugehörigkeiten und mehrdimensionaler Diskriminierung. Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München.