Publikationstyp: Zeitschriftenartikel
Stark beschäftigt, schwach vertreten
Untertitel: Fachkräfte ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Engpassberufen
AutorInnen: Metzing, Maria; Jäger, Julian; Jacobsen, Jannes; Harder, Niklas; Römer, Friederike Publikationsjahr: 2026
Der anhaltende Fachkräftemangel stellt den deutschen Arbeitsmarkt vor große Herausforderungen. Prognosen zeigen einen Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials um bis zu 12 % bis 2060 und besonders starke Rückgänge in Berufen, in denen heute schon Engpässe zu verzeichnen sind. In diesem Kontext ist die Rolle von Arbeitnehmer*innen ohne deutsche Staatsangehörigkeit von großer Bedeutung, denn sie sind schon jetzt überdurchschnittlich in Engpassberufen vertreten. Trotz Engpässen deuten die Ergebnisse darauf hin, dass dies bislang weder bei Beschäftigten mit noch bei Beschäftigten ohne deutsche Staatsangehörigkeit zu einem überdurchschnittlichen Einkommensanstieg und damit zu einer besseren Verhandlungsposition geführt hat. Vor dem Hintergrund der geringeren gewerkschaftlichen Organisierung von Beschäftigten ohne deutsche Staatsangehörigkeit stellt sich daher die Frage, ob hier ein Repräsentationsproblem ihrer Interessen vorliegt. Um dieses Potenzial für den Arbeitsmarkt und zugleich für gewerkschaftliche Organisationen zu sichern und auszubauen, sollten arbeitsmarktpolitische Maßnahmen gezielt auf Integration und berufliche Entwicklung ausgerichtet werden.
doi: 10.5771/0342-300X-2026-3-256 ISSN: 0342-300X