DeZIM-Tagung für Promovierende 2025

16. - 17. Oktober 2025, Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB), Nürnberg

DeZIM-Tagung für Promovierende 2025

Die DeZIM-Tagung für Promovierende dient dem Austausch und der Förderung von Wissenschaftler*innen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und aktuell promovieren, ihre Promotion vor Kurzem abgeschlossen haben oder sie in Kürze beginnen. Die Tagung bietet eine Plattform zur Präsentation und Diskussion von Promotions- oder Forschungsprojekten aus dem gesamten Bereich der Migrations-, Integrations- und Rassismusforschung und beinhaltet zudem Workshops zu übergreifenden Themen der Migrations- und Integrationsforschung.

Themenschwerpunkt

Die Tagung richtet sich an Forschende aus dem gesamten Bereich der Migrations-, Integrations- und Rassismusforschung. Daneben wird es in diesem Jahr – orientiert an den Forschungsthemen des gastgebenden Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – einen Themenschwerpunkt geben: Im Fokus der Veranstaltung stehen die gesellschaftlichen Bedingungen und Strukturen zur Integration und Teilhabe von Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte in der ersten Dekade ihres Ankommens in Deutschland. Wir laden daher besonders auch Beiträge zu folgenden beispielhaften Themen und Fragestellungen ein:

  • Integrationspolitiken und Partizipation: Welche Integrationspolitiken auf der Bundes-, Landes- oder der kommunalen Ebene behindern oder befördern die soziale, ökonomische und kulturelle Teilhabe von Menschen mit Flucht- oder Migrationsgeschichte?
  • Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt: Welche rechtlichen Bedingungen fördern oder hemmen den Zugang zum Bildungs- und Arbeitsmarkt und welche Strategien erweisen sich als wirksam? Welche Rolle spielen Arbeitgeber und ihre Verbände für die Integration auf den Arbeitsmarkt und den Arbeitsplatz?
  • Diskriminierung und strukturelle Barrieren:Welche Zusammenhänge lassen sich zwischen diskriminierende Strukturen und Erfahrungen von Rassismus und Teilhabeprozessen erkennen?
  • Rolle der Zivilgesellschaft und lokaler Akteure: Welche Bedeutung haben lokale Gemeinschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen und kommunale Initiativen für das Ankommen und Zusammenleben heterogener Gruppen?
  • Intersektionalität und Mehrdimensionalität: Wie wirken unterschiedliche Gruppenzugehörigkeiten (z.B. Geschlecht, Alter, Bildung) auf Integrationsverläufe und Teilhabemöglichkeiten?
  • Empirische Methoden und Daten:Welche innovativen Methoden und Datensätze können genutzt werden, um evidenzbasierte Handlungsempfehlungen zu entwickeln?

Tagungsbericht

Die diesjährige DeZIM-Tagung für Promovierendefand vom 16.-17. Oktober in Nürnberg am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) statt. 

Die Tagung bot über 30 Nachwuchswissenschaftler*innen aus der DeZIM-Gemeinschaft eine einzigartige Plattform für Vernetzung und Austausch zu interdisziplinären Themen im Bereich der Migrations- und Integrationsforschung. Das interaktive Programm der Tagung beinhaltete 7 Paneldiskussionen, zwei Ethikworkshops sowie einen Besuch beim Bundesamt für Migration und Geflüchtete (BAMF). 

Prof. Dr. Herbert Brücker und Prof. Dr. Yuliya Kosyakova vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung eröffneten mit Grußworten und einer Keynote mit dem Titel „When War Follows You: How Conflict- Induced Violence Shapes Refugee Mobility and Integration“ die Tagung. Zentral klang hier an, Integration nicht als eigenständige Phase, sondern als Fortsetzung von Vertreibung und Flucht zu verstehen. 

In den Paneldiskussionen bearbeiteten die Teilnehmenden im Anschluss Themen, die von der Vergabe von Arbeitsvisa, der Externalisierung von Grenzpolitiken über die berufliche Beratung von Neuzugezogenen und die gesundheitliche Versorgung von Geflüchteten bis hin zur sprachlichen Bildung und Fragen der politischen Repräsentation in einer postmigrantischen Gesellschaft reichten. Im Mittelpunkt stand hier der Austausch mit Peers, der wissenschaftliche Dialog sowie die kritische Diskussion der eigenen Forschung. 

Einen Raum zur Reflexion der eigenen Forschungsarbeit, und der Verantwortung im Umgang mit vulnerablen Gruppen, schafften die Workshops zum Thema „Ethische Fragen in der Migrationsforschung- zwischen Verantwortung und Schutz“. Dr. Andrea Chagas, Prof. Dr. Nadine Sylla, und Dr. Norbert Cyrus leiteten die Teilnehmenden mithilfe von Inputs und Reflexionsfragen zum Austausch über a priori Annahmen und Dichotomien in der Migrations- und Integrationsforschung an. 

Ein Besuch beim BAMF ermöglichte im Rahmen der Tagung Einblicke in das Tätigkeitsfeld des Bundesamtes sowie den Aufgaben und der Zusammensetzung des hausinternen Forschungszentrums.

Die Tagung unterstreicht einmal mehr die Relevanz des interdisziplinären Austauschs in der Migrations- und Integrationsforschung und trug maßgeblich zur Vernetzung innerhalb der DeZIM-Gemeinschaft bei. Wir danken allen Teilnehmenden und Referent*innen für die gelungene und inspirierende Tagung und freuen uns auf weitere Veranstaltungen der DeZIM-Gemeinschaft. 

Alle weiteren Informationen rund um die Tagung finden Sie hier im PDF:

Kontakt

Rückfragen können jederzeit an Esther Beckey unter tagung@dezim-institut.de gerichtet werden. An den Instituten der DeZIM-Forschungsgemeinschaft stehen die Forschungsvernetzungsstellen als Ansprechpersonen zur Verfügung.

Tagungsorganisation: Esther Beckey, Marcel Berlinghoff, Andrea Chagas, Laura Goßner und Zeynep Demir