DeZIM_talk | Gemeinsam streiken? 

Arbeitskämpfe in der postmigrantischen Gesellschaft

Mittwoch, 18.02.2026, 13:30 – 14:30 Uhr
DeZIM-Institut, Mauerstraße 76, 10117 Berlin
Anmeldung bis zum 17.02.26, 18:00 Uhr über folgenden Link: ANMELDUNG

Streiks gelten als zentrales Instrument zur Durchsetzung besserer Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig stehen sie vor besonderen Herausforderungen, wenn Belegschaften entlang von Herkunft, Geschlecht, Qualifikation oder Beschäftigungsstatus voneinander getrennt sind. Der DeZIM_talk nimmt diese Spannungen zum Ausgangspunkt und erörtert, unter welchen Bedingungen Arbeitskämpfe unterschiedliche Beschäftigtengruppen einbeziehen können und wo dabei strukturelle Grenzen sichtbar werden.

Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen aus unterschiedlichen historischen und institutionellen Kontexten. Es werden die sogenannten wilden Streiks migrantischer Arbeiter*innen in den 1970er Jahren in Nordrhein-Westfalen ebenso diskutiert wie aktuelle Arbeitskämpfe ausgelagerter Beschäftigtengruppen im öffentlichen Dienst. Beide Beispiele zeigen, wie eng Fragen von Migration, betrieblicher Fragmentierung und kollektiver Handlungsfähigkeit miteinander verknüpft sind.

Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine kurze Lesung aus dem Roman „Die Optimistinnen“ von Gün Tank. Der Roman macht die Perspektiven migrantischer Arbeiterinnen, insbesondere von Frauen in industriellen Beschäftigungsverhältnissen der 1970er Jahre, literarisch erfahrbar und eröffnet einen Zugang zu den sozialen und emotionalen Dimensionen von Arbeitskämpfen. Im Anschluss diskutieren die Gäste über die Bedingungen gemeinsamer Streikpraxis, über Brüche und Allianzen zwischen Beschäftigtengruppen sowie über Kontinuitäten und Unterschiede zwischen historischen und gegenwärtigen Konflikten.
 

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Vergleich zwischen dem Streik bei Hella in Lippstadt im Jahr 1973 und dem jüngsten Arbeitskampf der ausgelagerten Servicegesellschaft Charité Facility Management, bei dem die Angleichung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst gefordert wurde. Im Zentrum steht die Frage, welche strukturellen Voraussetzungen kollektives Handeln begünstigen und welche institutionellen Arrangements es erschweren.

Gäste:

  • Agnieszka Jastrzębska, Mitorganisatorin des Streiks bei Charité Facility Management für die Angleichung an den TVöD 
  • Irina Vavitsa, Mitorganisatorin des Streiks bei Hella in Lippstadt 1973 
  • Gün Tank, Autorin von „Die Optimistinnen“ 


Moderation:


Anmeldung bis zum 17.02.26, 18:00 Uhr über folgenden Link: ANMELDUNG