DeZIM-Expertise rund um Pflege und Betreuung

Aktuell wirbt die Bundesregierung neue Fachkräfte etwa aus Ost- und Südosteuropa, Asien und Afrika an – auch im Rahmen von bilateralen Migrationsabkommen. Deutschland wird in den kommenden Jahren hunderttausende zusätzliche Pflegekräfte brauchen und diese kommen bereits jetzt in hohem Maße aus dem Ausland. Hierzu will die Bundesregierung die „Work-and-stay-Agentur“ einrichten. Wie können Anwerbung und Vermittlung fair und transparent gestaltet werden? Welche Herausforderungen begegnen ihnen, sei es, weil sie ihr Heimatland verlassen haben oder transnational arbeiten und leben? Welche Unterstützung erhalten sie? Welche Bedingungen müssen für eine echte Bleibeperspektive geschaffen werden? 

Für die häusliche Betreuung von Pflegebedürftigen wird häufig auf ost- und südosteuropäische Betreuer*innen ohne anerkannten Pflegefachabschluss zurückgegriffen. Deren Arbeitsbedingungen und Wege nach Deutschland sind für die Zukunft des Pflegesektors ebenfalls relevant. Wie verhalten sich Gehalt und Arbeitszeit zueinander? Welche Möglichkeiten haben die Betreuer*innen, ihre Arbeitsbedingungen zu beeinflussen? 

Doch das deutsche Pflegesystem fußt nicht nur auf institutioneller Pflege – Pflege wird zu einem großen Teil von Familien übernommen, häufig auch über Landesgrenzen hinweg. Welche Formen der transnationalen familiären Fürsorge gibt es? In welchem Umfang unterstützen oder pflegen Menschen in DeutschlandAngehörige im Ausland? Welche Herausforderungen bringt dies für die Betroffenen mit sich? 

Zu diesen Themen finden Sie hier aktuelle Publikationen des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) und wissenschaftliche Ansprechpartner*innen.

Publikationen

Die Studien und wissenschaftlichen Artikel rücken die Situation der angeworbenen Fachkräfte in den Fokus, die in der bisherigen Berichterstattung zum Thema kaum eine Rolle spielte. Sie weisen darauf hin, dass eine Rekrutierung ohne konsequente Integrationsstrukturen zu Frustration führt und Abwanderung begünstigt. Wenn Deutschland eingewanderte Fach- und Arbeitskräfte längerfristig halten möchte, müssen sich die Bedingungen im System verändern. Neben den Ergebnissen enthalten die Studien darum auch Handlungsempfehlungen für die Politik. 

Ansprechpersonen (Auswahl)

Kontakt

Dr. Noa K. Ha

Wissenschaftliche GeschäftsführerinInstitutsleitung

E-Mail: ha(at)dezim-institut.de
Tel.: 0049 (0) 30 200754-105 // Assistenz: -108

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Deutschland galt lange als attraktives Zielland – mit sicheren Arbeitsbedingungen, verlässlichem Rechtsstaat und Perspektiven für Familien. Doch das verändert sich. Aktuelle Studien, auch unsere, zeigen: Viele Pflegekräfte denken inzwischen darüber nach, das Land wieder zu verlassen. Gleichzeitig nimmt die Konkurrenz unter westlichen Industrieländern im Kampf um Fachkräfte weiter zu.
Dr. Noa K. Ha, wissenschaftliche Geschäftsführerin DeZIM-Institut

Kontakt

Dr. Cihan Sinanoğlu

Leiter NaDiRaNationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa)

E-Mail: sinanoglu(at)dezim-institut.de
Tel.: 0049 (0) 30-200754-250

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Angesichts des Fachkräftemangels werden wir auf verstärkte Anwerbung angewiesen bleiben. Entscheidend ist jetzt jedoch, diese mit verlässlichen institutionellen Bedingungen zu verbinden: mit einem konsequenten Abbau von Diskriminierung und Rassismus im Arbeitsalltag, transparenten Anerkennungsverfahren und rechtlicher Sicherheit. Nur wenn rassistische Ausschlüsse und Benachteiligungen strukturell adressiert werden, können Fachkräfte dauerhaft gebunden werden.
Dr. Cihan Sinanoğlu, Leitung am NaDiRa

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Dr. Ramona Rischke

Co-Leiterin Abt. Migration

E-Mail: rischke(at)dezim-institut.de
Tel.: 0049 (0) 30-200754-301

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Unsere Studie zeigt: Es gibt einen erheblichen Grad an Unentschlossenheit im Hinblick auf längerfristige Bleibeabsichten von internationalen Pflegekräften. Diese ausgeprägte Unentschlossenheit sehen wir auch in anderen Studien, darunter in repräsentativen Bevölkerungsumfragen immigrierter Personen in Deutschland. Deshalb wird es eine zunehmende Aufgabe sein, den Menschen eine Perspektive in Deutschland zu geben, die sie zum Bleiben bewegt.
Dr. Ramona Rischke, Co-Leiterin der Abteilung Migration

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Dr. Hans Vogt

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Abt. Integration und Nationaler Diskriminierungs- und Rassismusmonitor (NaDiRa)

E-Mail: vogt(at)dezim-institut.de
Tel.: 0049 (0) 30-200754-253

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Am Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) haben wir zur Situation international angeworbener Pflegekräfte geforscht. Die Auswertungen zeigen, dass Gesundheit, berufliche Entwicklung und Lebenswege der betroffenen Personen – und damit auch die Pflege selbst – wesentlich durch rassistische Diskriminierung beeinträchtigt werden können. Insbesondere geht es dabei um das Zusammenspiel von Alltagsrassismus unter Kolleg*innen und strukturellen Missständen, die etwa durch die Kopplung von Aufenthaltstiteln an Arbeitsverträge systematisch Prekarität erzeugen.
Dr. Hans Vogt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am NaDiRa

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Prof. Dr. Magdalena Nowicka

Leiterin Abt. Integration

E-Mail: nowicka(at)dezim-institut.de
Tel.: 0049 (0) 30-200754-200

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Wenn institutionelle Pflege nicht notwendig oder nicht gewünscht ist, unterstützen oft Betreuer*innen aus Osteuropa Familien in Deutschland bei der Fürsorge für ältere Angehörige. Bisher entzieht sich dieser Bereich weitgehend der Regulierung – um qualitativ hochwertige Betreuung zu sichern, müssen Anreize für die Vermittlungsagenturen geschaffen werden, die Standards zu setzen und anzuhalten.
Prof. Dr. Magdalena Nowicka, Leiterin der Abteilung Integration

Veranstaltungen des DeZIM-Instituts zum Thema Pflege

Angeworbene Pflegefachkräfte war 2025 auch im Fokus zweier DeZIM-Veranstaltungen, bei denen Podiumsgäste aus der Pflegebranche, aus Politik, Gewerkschaften, Beratung und Zivilgesellschaft eingeladen waren. So ging es etwa um faires Anwerben und soziale, strukturelle und institutionelle Bedingungen beim Ankommen

DeZIM_lunch_discussion: Zwischen Abkommen und Alltag: Wie gelingt faire Pflegekräfteanwerbung?

DeZIM_talk: Lebens- und Arbeitsbedingungen international angeworbener Pflegekräfte

 

Kontakt Presse

Angie Pohlers

Pressereferentin

E-Mail: pohlers(at)dezim-institut.de
Tel.: +49 (0)30 2007 54 130