Bietet der Fach- und Arbeitskräftemangel einen Blickwechsel auf Migrationspolitik an?
Abteilung Migration
Projektleitung: Dr. Ramona Rischke, Dr. Zeynep Yanaşmayan
Projektmitarbeitende: Dr. Julian Jäger, Dr. Pau Palop-García
Leitende Forschungsfragen
Mit einem innovativen experimentellen Design und exklusiven Daten von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund untersuchen wir, ob und wie stark Einstellungen zur Migration damit verknüpft sind, welche Rolle Menschen mit Migrationshintergrund bei der Bewältigung des Arbeitskräftemangels spielen.Dr. Julian Jäger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter Abteilung Migration
Das Projekt untersucht, wie der Arbeits- und Fachkräftemangel die Einstellungen der Bevölkerung zu Migration beeinflusst. Mit zwei innovativen kausalen Experimenten im DeZIM.panel analysieren wir, wie Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Informationen über den Beitrag von Migrant*innen zur Bewältigung des Arbeitskräftemangels reagieren. Dabei prüfen wir nicht nur Unterschiede zwischen gesellschaftlichen Gruppen, sondern auch, ob solche Informationen Einstellungen nachhaltig verändern. Das Projekt schließt wichtige Forschungslücken und liefert neue wissenschaftliche Grundlagen für eine faktenbasierte Migrationspolitik.
Bisher gibt es keine Studien, die experimentell untersuchen, wie Informationen über den Beitrag von Migrant*innen zur Bewältigung des Arbeitskräftemangels Einstellungen zur Migration beeinflussen. Die Perspektiven und Reaktionen von Menschen mit Migrationshintergrund bleiben in der Forschung zudem weitgehend unberücksichtigt – das Oversampling im DeZIM.panel ermöglicht es uns, dies erstmals systematisch zu untersuchen.
Das Projekt verfolgt drei Hauptziele: Erstens soll untersucht werden, wie Menschen in Deutschland die Rolle von Migration bei der Bewältigung des Arbeits- und Fachkräftemangels einschätzen. Zweitens analysieren wir mittels eines experimentellen Ansatzes, wie Informationen über den Beitrag von Menschen mit Migrationshintergrund Einstellungen zur Migration beeinflussen. Drittens prüfen wir, wie sich diese Effekte zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheiden und ob sie langfristig Bestand haben.
Wir führen ein Informations- und ein Vignettenexperiment im DeZIM.panel durch, in dem Befragte mit und ohne Migrationshintergrund gezielt Informationen über den Beitrag von Migrant*innen zur Bewältigung des Arbeitskräftemangels erhalten. Anschließend messen wir die Auswirkungen der Experimente auf die Einstellungen zur Migration. Dabei erfassen wir unter anderem, wie stark Befragte den Beitrag von Migrant*innen zur Fachkräftesicherung einschätzen, welche Maßnahmen sie zur Lösung des Arbeitskräftemangels bevorzugen und wie sie die wirtschaftlichen Auswirkungen von Migration bewerten.
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Institutionelle Förderung)