Das Engagement für Geflüchtete im Wandel
Abteilung Konsens und Konflikt
Projektleitung: Prof. Dr. Sabrina Zajak
Projektmitarbeitende: Dr. Maryam Rutner
Leitende Forschungsfragen
Die Studie machte sichtbar, dass sich Engagementmuster für Geflüchtete über die Zeit deutlich verändern. Während 2022 eine breite Reaktivierung des Engagements zu beobachten war, zeigten sich zugleich veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen im Vergleich zu 2015.Dr. Elias Steinhilper, Co-Leitung Abteilung Konsens & Konflikt
Das Projekt untersuchte, wie sich das Engagement für Geflüchtete in Deutschland in den letzten Jahren, insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine, entwickelt hat. Dabei lag der Fokus auf der quantitativen Analyse individueller Beteiligungsmuster im freiwilligen Engagement. Ziel war es, systematisch Veränderungen im zeitlichen Verlauf zu erfassen, Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu identifizieren und Trends im freiwilligen Engagement sichtbar zu machen.
Anhand umfangreicher Survey-Daten wurden sowohl die Häufigkeit und Art des Engagements als auch die Motivation der Beteiligten analysiert. So konnten Aussagen darüber getroffen werden, inwiefern sich aktuelle Engagementmuster von früheren Perioden, wie dem „langen Sommer der Migration“ 2015, unterschieden.
Bisher fehlten systematische quantitative Analysen zur Entwicklung freiwilligen Engagements für Geflüchtete in Deutschland, insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg. Das Projekt untersuchte individuelle Beteiligungsmuster, dokumentierte zeitliche Veränderungen und verglich zwischen Bevölkerungsgruppen.
- Systematische Erfassung und Analyse individueller Beteiligungsmuster im freiwilligen Engagement für Geflüchtete.
- Untersuchung zeitlicher Veränderungen und Trends im Engagement, insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine.
- Vergleich von Engagementmustern zwischen Bevölkerungsgruppen und mit früheren Perioden, etwa dem „langen Sommer der Migration“ 2015.
Die Ergebnisse zeigen 2022 eine starke Reaktivierung des Engagements für Geflüchtete in Deutschland, ähnlich der Aktivierung während des „langen Sommers der Migration“ 2015. Anders als 2015 blieb jedoch eine Reaktivierung von Mobilisierungen gegen Geflüchtete weitgehend aus. In der Gesamtbevölkerung bestehen selektive Muster der Aufnahmebereitschaft, wobei ukrainische Geflüchtete bevorzugt werden. Unter den Engagierten zeigen sich diese Unterschiede nicht. Darüber hinaus lässt sich eine zunehmende Politisierung des Engagements für Geflüchtete beobachten.
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Institutionelle Förderung)