Ukraine-Engagement in Deutschland
Neue und alte Formen des Engagements für Geflüchtete
Abteilung Konsens und Konflikt
Projektleitung: Dr. Ramona Rischke, Dr. Elias Steinhilper, Dr. Zeynep Yanaşmayan, Prof. Dr. Sabrina Zajak
Projektmitarbeitende: Sifka Etlar Frederiksen, Liam Haller
Leitende Forschungsfragen
Die Privatunterbringung von Geflüchteten hat sich als vielversprechende Engagementform etabliert, die grundsätzlich das Potenzial hat, bestehende Aufnahmesysteme in Zeiten von hohen Ankunftszahlen sinnvoll zu ergänzen.Dr. Ramona Rischke, Co-Leiterin Abt. Migration
Infolge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stieg die Zahl der Geflüchteten nach Deutschland stark an, wodurch private und ehrenamtliche Unterstützung erneut an Bedeutung gewann. Das Projekt untersuchte, wer sich engagierte, welche Motive und Erfahrungen dabei eine Rolle spielten, wie Geflüchtete untergebracht wurden und wie private Unterbringung konkret organisiert wurde. Dafür wurden quantitative Befragungen von privat Unterbringenden und Engagierten durchgeführt, ergänzt durch qualitative Hintergrundgespräche. Ziel war es, differenzierte Einblicke in Unterbringungspraktiken, Bedarfe und Herausforderungen des Engagements zu gewinnen. Die Ergebnisse ermöglichten ein besseres Verständnis der organisatorischen und sozialen Dynamiken des Engagements für Geflüchtete aus der Ukraine und darüber hinaus. Auf dieser Basis konnten praxisnahe Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft formuliert werden.
Unzureichend erforscht waren Strukturen und Praktiken privater Unterbringung, Motivlagen, Tätigkeitsfelder, Herausforderungen und Ressourcen der Engagierten, sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu früheren Engagementphasen.
- Erfassung des Stands und der Praktiken privater Unterbringung für Geflüchtete aus der Ukraine.
- Motivlagen, Tätigkeitsfelder und Erfahrungen der Engagierten analysieren.
- Herausforderungen, Unterstützungsbedarfe und ermöglichende Faktoren identifizieren.
- Praxisnahe Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft entwickeln.
- Die Projektergebnisse zeigen unter anderem, dass digitale Plattformen wie #UnterkunftUkraine eine große Rolle bei der privaten Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine spielten.
- 58 % der Unterbringenden engagierten sich erstmals. Die Unterbringenden ähneln sich in ihrem Profil Personen, die sich auch in der Vergangenheit bereits freiwillig engagiert haben
- Die Erfahrungen waren für Unterbringende, auch im Zeitverlauf, überwiegend positiv und die große Mehrheit der wäre bereit, auch zukünftig Geflüchtete aufzunehmen.
- Die Bereitschaft zur Privatunterbringung geht über Geflüchtete aus der Ukraine hinaus. Eine Zurückhaltung gegenüber der Aufnahme männlicher
- Geflüchteter verdeutlicht jedoch, dass Gastfamilienaufenthalte nicht für alle demographische Gruppen gleichermaßen mobilisiert werden können.
- Etlar Frederiksen, Sifka; Haller, Liam; Uhr, Theresa (2024): Motivations and Views on State Support for Refugees: Distinguishing Between Politically and Socially Engaged. Global Networks 25 (1). DOI: 10.1111/glob.12514.
- Haller, Liam; Uhr, Theresa; Etlar Frederiksen, Sifka; Rischke, Ramona; Yanaşmayan, Zeynep; Zajak, Sabrina (2022): New platforms for engagement: Private accommodation of forced migrants from Ukraine. DeZIM.insights Working Paper 5, Berlin: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM).
- Haller, Liam; Rischke, Ramona; Yanaşmayan, Zeynep; Etlar Frederiksen, Sifka (2025): Beyond Shelter: The Promise and Challenges of Refugee Homestay Accommodation. Voluntas - International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations. DOI: 10.1007/s11266-025-00745-z.
- Rischke, Yanasmayan, Haller (2026, forthcoming): “Homestay Activism”? The Impact of Hosting Ukrainian Refugees on attitudes towards refugees and preferences of asylum policies in Germany., accepted in JEMS Special Issue on Homestay Accommodations.
- Homestay Accommodation for Refugees:
Transformations of Hospitality in Europe since 2015
Förderung: Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Drittmittel)