Wann? Donnerstag, 19.11.2026, 18:00 – 20:00 Uhr
Wo? DeZIM-Institut, Mauerstraße 76, 10117 Berlin, DeZIM.Saal (on-site only)
Bitte melden Sie sich bis zum bis zum 18.11.2026, 17:00 Uhr hier an: ANMELDUNG
Die Wiedergutmachungseinbürgerung von Personen, die während der NS-Herrschaft zwischen 1933 und 1945 ausgebürgert wurden, sowie ihrer Nachkommen, zählt nach wie vor zu den zentralen Mechanismen historischer Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Seit eine Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes im Jahr 2021 die Anerkennung erweitert und neue Wege zur Wiedergutmachungseinbürgerung eröffnet hat, sind die Antragszahlen stark gestiegen: mehr als 150.000 seit 2021, überwiegend aus Israel und den Vereinigten Staaten.
Doch wie kam es zu dieser Reform? Was lief in der deutschen Wiedergutmachungspolitik und im Staatsangehörigkeitsrecht vor 2021 falsch? Dazu hören wir von Dr. Nicholas Courtman, der mit seiner historischen Forschung einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet hat, die bis 2021 bestehende Ausgrenzung im Staatsangehörigkeits- und Wiedergutmachungsrecht öffentlich sichtbar zu machen und für eine gesetzliche Reform zu werben.
Dr. Courtman nimmt uns mit auf eine pointierte Reise durch fast ein Jahrhundert Geschichte: von den Praktiken der Diskriminierung, des Ausschlusses und der Ausbürgerung unter NS-Herrschaft über restriktive Formen der Wiedergutmachung und Kontinuitäten rassistischer und antisemitischer Diskriminierung in der frühen Bundesrepublik bis hin zum Reformprozess, der durch eine politische Kampagne „from below“ in den 2020er Jahren angestoßen wurde. Im Anschluss an seinen Vortrag diskutiert ein Fachpodium über die Praxis der Antragstellung zur Wiedergutmachungseinbürgerung für Betroffene und ihre Nachkommen sowie über die aktuellen administrativen Herausforderungen.
Keynote Vortrag:
- Dr. Nicholas Courtman – Germanist und Historiker, derzeit Postdoktorand mit einem Alfred Landecker Lectureship am King's College London.
Podium:
- Dr. Jutta Faehndrich – Historikerin, Familienforscherin und Expertin für die Begleitung von Menschen durch das Einbürgerungsverfahren.
- Dr. iur. Stephan Heidenhain – Rechtsanwalt / Advokát, spezialisiert auf Wirtschaftsrecht, grenzüberschreitendes Erbrecht und Staatsangehörigkeitsrecht.
- Filiz Polat – Mitglied des Deutschen Bundestages, Innenausschuss
Moderation:
- Dr. Lukas Fuchs – Postdoktorand in der Abteilung Migration des DeZIM-Instituts
Im Anschluss an die Veranstaltung besteht bei einem Getränk Gelegenheit zum Austausch.
Der Vortrag findet im Rahmen des Forschungsprojekts „Wollen Israelis immer noch Deutsche werden?" statt; weitere Informationen finden Sie hier.
Bitte melden Sie sich bis Mittwoch, 18. November 2026, 17:00 Uhr hier an: ANMELDUNG