Vielfalt stiften
Hürden und Chancen für ein diversitätsorientiertes Stiftungswesen
Abteilung Konsens und Konflikt
Projektleitung: Dr. Annett Gräfe-Geusch, Miriam Meksem, Prof. Dr. Sabrina Zajak
Leitende Forschungsfragen
Wir sehen, dass nachhaltige diskriminierungskritische und diversitätsfördernde Organisationsentwicklung (DDOE) vor allem dann wirksam ist, wenn sie als Querschnittsthema in alle Bereiche der Organisation hineinwirkt. Für viele Stiftungen, die diesen Weg bereits eingeschlagen haben, bedeutet dies vor allem den Übergang vom Denken in einzelnen Maßnahmen hin zu einem Fokus auf systematische Verankerung.Miriam Meksem, Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in Abteilung Konsens und Konflikt
Da Stiftungen nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber sind, sondern über ihre Projekt- und Stipendienförderung auch aktiv gesellschaftliche Vielfalt in Deutschland mitgestalten, haben sie in der diversitätsorientierten Organisationsentwicklung eine besondere Rolle. Wir wissen jedoch bisher wenig darüber, welche Chancen und Hürden im Stiftungssektor wirken und wie diese von potenziellen Bewerber*innen aus diskriminierungsvulnerablen Gruppen wahrgenommen werden.
In Kooperation mit der Deutschlandstiftung Integration (DSI) begleitet das Projekt dreimonatigen Hospitationen im Stiftungswesen wissenschaftlich und leistet damit einen Beitrag zur Schließung dieser Wissenslücke. Das Ziel ist die Entwicklung empirisch fundierter Handlungsempfehlungen für die angestrebte Diversifizierung von Stiftungen, indem es Hürden und Chancen aus der Perspektive migrantischer und migrantisierter Bewerber*innen und Arbeitnehmer*innen betrachtet.
Wir wissen bisher wenig darüber, welche Chancen und Hürden im Stiftungssektor wirken und wie diese von potenziellen Bewerber*innen aus diskriminierungsvulnerablen Gruppen wahrgenommen werden. Dieses Forschungsprojekt soll einen Beitrag zur Schließung dieser Wissenslücke leisten.
Die Entwicklung empirisch fundierter Handlungsempfehlungen für die angestrebte Diversifizierung von Stiftungen.
Das Forschungsteam begleitet das Projekt „Vielfalt stiften“ der Deutschlandstiftung Integration über ein Jahr. Um Innen- und Außenwahrnehmungen, bisherige Entwicklungen der Diversitäts- und Antidiskriminierungsgestaltung sowie bestehenden Handlungsbedarf zu identifizieren, wird ein multimethodisches und multiperspektivisches Forschungsdesign gewählt. Wie Diversität in Stiftungen von außen wahrgenommen wird, wird mit (a) einer quantitativen Umfrage mit potenziellen Bewerberinnen aus dem Stiftungsumfeld erhoben. Eine Perspektive, die Außen- und Innenwahrnehmungen verbindet, wird mit (b) qualitativen Fokusgruppeninterviews, Workshops und Vignettenexperimenten mit migrantischen und migrantisierten Hospitierenden im Stiftungswesen einbezogen. Weitere Innenperspektiven werden durch (c) eine quantitative Kurzbefragung von Stiftungen sowie (d) qualitative Interviews mit Stiftungsvertreterinnen gewonnen.
Wir verwenden die Begriffe migrantisch und migrantisiert um auf das Zusammenspiel zwischen den tatsächlichen Bezügen einer Person zu Migration (migrantisch) und der von außen erfolgenden Zuschreibung einer Migration (migrantisiert) hinzuweisen. Letztere erfolgt meist aufgrund rassistischer Zuschreibungen. Die beiden Begriffe stellen zwei distinkte Konzepte dar, welche sich in ihrer gelebten Realität überschneiden können, es aber nicht müssen – eine Person kann migrantisiert werden, ohne dass sie einen tatsächlichen Bezug zu Migration hat und umgekehrt.
Förderung: Deutschlandstiftung Integration (Drittmittel)
Kooperationspartner:
Deutschlandstiftung Integration