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Zukunftswerkstätten Evaluation und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung: Analyse, Monitoring, Dialog (PrEval)

Future Workshops Evaluation and quality assurance in extremism prevention, democracy promotion and political education: Analysis, Monitoring, Dialogue (PrEval)

Fachgruppe Demokratieförderung und demokratische Praxis

Projektleitung: Dr. Olaf KleistDr. Mirjam Weiberg

Projektmitarbeitende: Antonia Consbruch Simon MüllerDr. Andrea Prytula

Laufzeit Oktober 2022 bis Dezember 2025
Status Laufendes Projekt

Das Verbundvorhaben erarbeitet Vorschläge zur Weiterentwicklung und Neugestaltung von Formaten und Strukturen zur Stärkung von Evaluation und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung. PrEval versteht sich als Schnittstellenprojekt, das die wesentlichen Wissensnetzwerke für den Themenbereich miteinander verzahnt und in einen produktiven Dialog bringt.

Leitende Forschungsfragen

Welche Formate und Strukturen zur Stärkung von Evaluation und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung lassen sich durch partizipative Zukunftswerkstätten entwickeln?
Wie kann die Vielfalt der Evaluations-, Träger- und Forschungslandschaft in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung systematisch erfasst und in Dialogprozesse eingebunden werden?
Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse und Methoden aus verschiedenen Fachdisziplinen eignen sich zur Begleitung und Gestaltung von Weiterentwicklungsprozessen in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung?
Wie lässt sich wissenschaftliche Unabhängigkeit mit der flexiblen Orientierung an Konsultations- und Forschungsbedarfen aus Ressorts und Fachpraxis vereinbaren?

Das Themenfeld Evaluation und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung ist angesichts der Vielzahl an durch Bundes- und Landesprogramme, durch kommunale Strukturen und durch zivilgesellschaftliche Initiativen geförderten Akteure, Strategien und Ansätze von großer Relevanz. Es ist zudem ein sehr dynamisches und innovatives Feld. Dies gilt sowohl für die Ansätze der Fachpraxis wie auch für die in der Evaluationsforschung entwickelten Methoden. Praxis und Wissenschaft müssen daher eng und kontinuierlich über eine Vielzahl von Disziplinen hinweg zusammenarbeiten, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen, wirksame Ansätze zu stärken und Lernen zu ermöglichen – und die Politik in ihren Entscheidungsprozessen in diesem Themenfeld zu beraten.

Das Verbundvorhaben „Zukunftswerkstätten Evaluation und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung: Analyse, Monitoring, Dialog (PrEval)“ die in bisherigen Erhebungen geäußerten Bedarfe der Fachpraxis nach Unterstützung bei Evaluation  aufnehmen. PrEval wird daraus neue Formate in einer Weise entwickeln und testen, dass sie in neuen Wissens- und Evaluationsstrukturen verstetigt werden können. Hier knüpft PrEval unter anderem an den Maßnahmenkatalog des Bundeskabinettausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus an. Hervorzuheben aus dem Arbeitsprogramm von PrEval sind hier der Aufbau einer umfangreichen öffentlichen Datenbank für Evaluationsberichte, eines niedrigschwelligen Helpdesks und verschiedener, auch digitaler, Fortbildungsformate zu Evaluation und Qualitätssicherung sowie die Entwicklung von Formaten des Austauschs in Form von belastbaren und vielfältigen Wissensnetzwerken. Begleitet werden diese Formatentwicklungen durch systematische Erhebungen in Form von nationalen und internationalen Monitoringformaten.

Diese neuen Formate werden gemeinsam mit möglichst vielen an Evaluationsprozessen beteiligten Akteursgruppen erarbeitet und damit die zahlreichen Perspektiven, die es in der Ausgestaltung und Umsetzung der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung in Deutschland gibt, sowie die neuen Entwicklungen in der Evaluationsforschung aufnehmen. Dieser integrative, dialogische und interdisziplinäre Ansatz ist handlungsleitend für die verschiedenen themenspezifischen PrEval-Zukunftswerkstätten. Sie finden auch einen Niederschlag in der Entwicklung und Umsetzung von Evaluationsdesigns in den sogenannten PrEval-Pilotstudien, gerade in sich aktuell neu entwickelnden Ansätzen der politischen Bildung/Demokratieförderung/Primärprävention und der sekundären/tertiären Extremismusprävention bzw. Kriminalprävention.

  • Unzureichende Unterstützungsstrukturen für Evaluation in der Fachpraxis: Es besteht ein dokumentierter Bedarf der Fachpraxis nach Unterstützung bei Evaluationsprozessen, der bisher nicht ausreichend gedeckt wird. Konkret fehlen niedrigschwellige Hilfsangebote, zugängliche Wissensdatenbanken und praxisnahe Fortbildungsformate.
  • Fehlende Verstetigungsstrukturen für Wissen und Evaluationsergebnisse: Es mangelt an dauerhaften Strukturen, die entwickeltes Wissen und Evaluationsergebnisse systematisch sammeln, aufbereiten und für verschiedene Akteure zugänglich machen. Eine öffentliche, umfassende Datenbank für Evaluationsberichte existiert bisher nicht.
  • Unzureichende interdisziplinäre und intersektorale Vernetzung: Trotz der Notwendigkeit eines kontinuierlichen Austauschs zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik über verschiedene Disziplinen hinweg fehlen belastbare und vielfältige Wissensnetzwerke und etablierte Austauschformate.
  • Lücken in der Evaluation neuer Ansätze: Insbesondere neu entwickelnde Ansätze in der politischen Bildung, Demokratieförderung, Primärprävention sowie in der sekundären und tertiären Extremismusprävention bzw. Kriminalprävention sind evaluativ noch nicht ausreichend erforscht und wissenschaftlich begleitet.
  • Fehlendes systematisches nationales und internationales Monitoring: Es mangelt an systematischen Erhebungs- und Monitoringformaten, die sowohl nationale als auch internationale Entwicklungen im Themenfeld erfassen und vergleichbar machen.

Die Ziele des Projektes bestehen für das Themenfeld Evaluation und Qualitätssicherung in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung in (1) der Beratung von Entscheidungsträger*innen in Politik und Verwaltung; (2) der Erarbeitung bedarfsgerechter Unterstützungsangebote von Evaluation und Qualitätssicherung für beteiligte Organisationen; (3) der konzeptionellen Vorarbeit für ein geplantes „Bundesinstitut für Qualitätssicherung“;  (4) der Einbeziehung bestehender Formate und Partner und der Erweiterung um neue Initiativen, Wissensbestände und Netzwerke; (5) der Anregung relevanter wissenschaftlicher Diskurse und Studien.

Das Arbeitsprogramm ist in sechs Arbeitspakete strukturiert:

  • Monitoring und Analyse – Zukunftswerkstatt und PrEval Monitor
  • Studien zur innovativen Evaluationsdesigns und zur Gestaltung von Evaluationsprozessen
  • Zukunftswerkstatt Datenbank; Evaluationsberichte
  • Zukunftswerkstatt Helpdesk
  • Zukunftswerkstatt; „Wissensnetzwerk“
  • Konsultations- und Vernetzungsformate; Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit und Koordination.

Das DeZIM ist u.a. federführend an Arbeitspaket 1.3. Monitoring Evaluationsforschung/„PrEval-Monitor“; 2.1. Innovative Evaluationsdesigns, Pilotstudie „Digitale Ansätze“ und 3. Zukunftswerkstatt Datenbank Evaluationsberichte, beteiligt. Methodisches Vorgehen in den DeZIM Arbeitspaketen:

  • Quantitative Textanalysen inkl. automatisiertem Datascraping internationaler wiss. Zeitschriften zum Monitoring konzeptueller Trends der Evaluationsforschung
  • Metastudien und Policy Briefs zum Forschungsstand und zu Desideraten der Evaluationsforschung, u.a. zu Wirkmodellen, Mixed Methods, Programmevaluation und kausalen Wirkanalysen
  • Qualitative Interviews, Fokusgruppen und Textanalysen zu Stand  und Bedarfen der Digitalisierung von Evaluation
  • Vernetzung der Evaluationsforschung im Handlungsfeld Demokratie(-förderung), Extremismusprävention, politische Bildung etc., u.a. durch Fachtagungen mit der Gesellschaft für Evaluation (DeGEval)

Die differenzierten Ergebnisse können u.a. nachvollzogen werden in:

Förderung: Bundesministerium des Innern (Drittmittel)

Kooperationspartner:

Verbundpartner*innen: Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (Koordination), Amadeu Antonio Stiftung, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundes­­arbeits­­gemeinschaft religiös begründeter Extremismus, Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben, Bundeskriminalamt, Bundeszentrale für politische Bildung, Global Public Policy Institute, IKG Universität Bielefeld, i-unito, Universität Duisburg Essen, Violence Prevention Network

Kooperationspartner*innen: Deutsches Jugendinstitut, DeGEval, ProVal, BMI, BMFSFJ, AA, BMZ