Integrationsberichte 2024 und 2026
Leitungsstab
Projektleitung: Dr. Niklas Harder, Dr. Maria Metzing
Projektmitarbeitende: Mete Balyer, Fabio Best, Laura Bänsch, Valeria Calow, Yasmin Chreiteh, Sandra Horvath, Dr. Julian Jäger, Dr. Samir Khalil, Dr. Svenja Kopyciok, Eva Köhler, Felix Prokein
Leitende Forschungsfragen
Die Berichte liefern nicht nur Zahlen. Über die Auswahl der Themenfelder und Indikatoren setzen wir auch inhaltliche Schwerpunkte.Dr. Maria Metzing, Projektleitung
Ziel der Integrationsberichte der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration ist es, die Entwicklungen im Bereich der Integration regelmäßig zu messen und wissenschaftlich einzuordnen. Die Integrationsberichte 2024 und 2026 befassen sich mit der gleichberechtigten Teilhabe, Partizipation, sowie der Chancengleichheit und Akzeptanz von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland. Dabei wird beispielsweise untersucht, welche Rolle die eigene Migrationserfahrung oder die der Eltern für die Integration in den Arbeitsmarkt, die eigene Bildung oder die Gesundheit spielt. Gibt es hier Unterschiede zwischen direkt Eingewanderten, ihren Nachkommen und Menschen ohne Einwanderungsgeschichte? Werden bestehende Ungleichheiten zwischen diesen Gruppen im Zeitverlauf größer oder kleiner? Des Weiteren untersuchen die Berichte die Wahrnehmung der Allgemeinbevölkerung gegenüber Eingewanderten und deren Nachkommen.
Die Integrationsberichte liefern somit einerseits eine wichtige Datengrundlage für die Diskussion um Integration. Andererseits nehmen sie durch die Auswahl von Themenfeldern und Indikatoren auch Stellung zu der Frage, auf welche gesellschaftlichen Themenfelder sich Integrationsdebatten beziehen sollten.
Zuletzt erschienen:
Lagebericht: Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft - Ein wissenschaftsbasierter und indikatorengestützter Lagebericht zum Stand der Integration in Deutschland (2024): Link zum Bericht. Alle Auswertungen und Differenzierungen des Lageberichts können außerdem auf dem Dashboard Integration des Statistischen Bundesamtes eingesehen werden.
Integration in Deutschland - Erster Bericht zum indikatorengestützten Integrationsmonitoring (2021): Link zum Bericht
Integrationsdebatten werden häufig ohne belastbare, über die Zeit vergleichbare Datengrundlage geführt. Die Berichte schließen diese Lücke, indem sie regelmäßig dieselben Themenfelder und Indikatoren fortschreiben.
Zugleich treffen sie eine Entscheidung, die selten offengelegt wird: Welche gesellschaftlichen Bereiche gehören überhaupt in eineIntegrationsberichterstattung? Über die Auswahl von Themenfeldern und Indikatoren nehmen die Berichte dazu ausdrücklich Stellung.
Die Berichte sollen Entwicklungen im Bereich der Integration regelmäßig messen und wissenschaftlich einordnen. Sie liefern damit eine belastbare Datengrundlage für die politische und öffentliche Diskussion – und machen zugleich transparent, auf welche gesellschaftlichen Themenfelder sich Integrationsdebatten beziehen sollten.
Die Berichte schreiben ein Set von Indikatoren entlang fester Themenfelder fort und differenzieren die Auswertungen nach Einwanderungsgeschichte, Generation und weiteren Merkmalen. Ergänzt werden die Zeitreihen um vertiefende Analysen und um Befunde zur Wahrnehmung der Allgemeinbevölkerung.
Alle Auswertungen und Differenzierungen der Berichte sind zusätzlich über das Dashboard Integration des Statistischen Bundesamtes einsehbar, sodass sie unabhängig vom Berichtstext nachgenutzt werden können.
Der Lagebericht 2024 „Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft" ist erschienen; der Bericht 2026 wird derzeit erstellt.
Aus dem Projektumfeld liegt zudem eine Analyse zu Fachkräften ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Engpassberufen vor. Sie zeigt: Diese Arbeitskräfte spielen gerade in Engpassberufen eine große Rolle, und ihre Bedeutung dürfte mit zunehmenden Fachkräfteengpässen weiter steigen. Dennoch schlägt sich das bislang nicht in überdurchschnittlichen Einkommenszuwächsen nieder. Ein möglicher Erklärungsansatz liegt in ihrer vergleichsweise geringen gewerkschaftlichen Repräsentation.
Der Begriff löst in den Berichten die ältere Kategorie „Migrationshintergrund" ab. Er stellt den Akt der Einwanderung in den Mittelpunkt statt der Staatsangehörigkeit und unterscheidet zwischen Menschen, die selbst eingewandert sind, und ihren in Deutschland geborenen Nachkommen. Diese Unterscheidung ist notwendig, weil sich beide Gruppen in Alter, Aufenthaltsdauer und Lebenslage stark unterscheiden.
- Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (2024): Teilhabe in der Einwanderungsgesellschaft: Ein wissenschaftsbasierter und indikatorengestützter Lagebericht zum Stand der Integration in Deutschland. Berlin: Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.
- Metzing, M.; Jäger, J.; Jacobsen, J.; Harder, N.; Römer, F. (2026): Stark beschäftigt, schwach vertreten: Fachkräfte ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Engpassberufen. WSI-Mitteilungen 79 (3), 256–265.
Förderung: Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Drittmittel)